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	<title>Kommentare zu: Volkskirchen-Fundis?</title>
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		<title>Von: StefanR</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2005/11/18/peters-gedanken/volkskirchen-fundis/comment-page-1#comment-66</link>
		<dc:creator>StefanR</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Jan 2006 18:29:03 +0000</pubDate>
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		<description>hallo,
mal abgesehen davon, dass man sicher ohne große Mühe sicher auch einige freikirchenmäßige Fundamentalismen formulieren könnte, seh ich (als Landeskirchen-Schäfchen) ein wirkliches Problem in der schon erwähnten Pfarrerzentrierung. Das betrifft gar nicht in erster Linie die Aufwertung von Veranstaltungen durch Anwesenheit des geistlichen Würdenträgers. 

Vielmehr beobachte ich, dass viele Leute - auch regelmäßige Kirchgänger - z.B. die Formulierung ihrer Glaubensüberzeugung an den Pfarrer &quot;delegiert&quot; haben. Soll heißen: nur selten wird zu Gesprächsthemen mit biblisch geprägtem Gedankengut argumentiert. Nur selten wird im Kirchen-Kaffee die Predigt weitergesponnen ... Man weiss, was Sitte und Anstand und Tradition fordern - aber die gedankliche Auseinandersetzung oder die eigenständige Auslegung anhand / mit der Bibel findet kaum statt. Luther hat dafür gestritten, dass das Volk die Bibel bekommt, um sozusagen ohne Zwischenvermittlung glauben zu können. Hoffentlich geben wir diese Errungenschaft nicht in einer bequemen Haltung &quot;Der Herr Pfarrer weiss ja da Bescheid&quot; auf. </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>hallo,<br />
mal abgesehen davon, dass man sicher ohne große Mühe sicher auch einige freikirchenmäßige Fundamentalismen formulieren könnte, seh ich (als Landeskirchen-Schäfchen) ein wirkliches Problem in der schon erwähnten Pfarrerzentrierung. Das betrifft gar nicht in erster Linie die Aufwertung von Veranstaltungen durch Anwesenheit des geistlichen Würdenträgers. </p>
<p>Vielmehr beobachte ich, dass viele Leute &#8211; auch regelmäßige Kirchgänger &#8211; z.B. die Formulierung ihrer Glaubensüberzeugung an den Pfarrer &#8220;delegiert&#8221; haben. Soll heißen: nur selten wird zu Gesprächsthemen mit biblisch geprägtem Gedankengut argumentiert. Nur selten wird im Kirchen-Kaffee die Predigt weitergesponnen &#8230; Man weiss, was Sitte und Anstand und Tradition fordern &#8211; aber die gedankliche Auseinandersetzung oder die eigenständige Auslegung anhand / mit der Bibel findet kaum statt. Luther hat dafür gestritten, dass das Volk die Bibel bekommt, um sozusagen ohne Zwischenvermittlung glauben zu können. Hoffentlich geben wir diese Errungenschaft nicht in einer bequemen Haltung &#8220;Der Herr Pfarrer weiss ja da Bescheid&#8221; auf. </p>
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	<item>
		<title>Von: Peter Aschoff</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2005/11/18/peters-gedanken/volkskirchen-fundis/comment-page-1#comment-34</link>
		<dc:creator>Peter Aschoff</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2005 08:03:36 +0000</pubDate>
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		<description>Stimmt. Heute lese ich in der Zeitung ein Interview, wo ein hochrangiger Kirchenvertreter vom &quot;Priestertum aller Getauften&quot; redet. Bei Luther heißt das &quot;Priestertum aller Gläubigen&quot;. Die Akzentverschiebung ist vielsagend. Entweder eben &quot;Getauftsein = Glaube&quot; oder aber &quot;Glaube = nicht entscheidend&quot;. Ich frage mich, ob der Mann das ernsthaft glaubt oder nur kirchenpolitisch korrekt reden will?

Was das Prinzip &quot;belong before you believe&quot; angeht (das Willow nicht erfunden sondern aus England gelernt hat), so besteht das ja gerade darin, dass die Leute schon Teil einer Gemeinschaft werden (und kommen bzw. sich identifizieren), während sie noch auf dem Weg zum Glauben sind. Kein Kirchensteuersparmodell...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Stimmt. Heute lese ich in der Zeitung ein Interview, wo ein hochrangiger Kirchenvertreter vom &#8220;Priestertum aller Getauften&#8221; redet. Bei Luther heißt das &#8220;Priestertum aller Gläubigen&#8221;. Die Akzentverschiebung ist vielsagend. Entweder eben &#8220;Getauftsein = Glaube&#8221; oder aber &#8220;Glaube = nicht entscheidend&#8221;. Ich frage mich, ob der Mann das ernsthaft glaubt oder nur kirchenpolitisch korrekt reden will?</p>
<p>Was das Prinzip &#8220;belong before you believe&#8221; angeht (das Willow nicht erfunden sondern aus England gelernt hat), so besteht das ja gerade darin, dass die Leute schon Teil einer Gemeinschaft werden (und kommen bzw. sich identifizieren), während sie noch auf dem Weg zum Glauben sind. Kein Kirchensteuersparmodell&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: karkiaar</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2005/11/18/peters-gedanken/volkskirchen-fundis/comment-page-1#comment-33</link>
		<dc:creator>karkiaar</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2005 20:02:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/?p=129#comment-33</guid>
		<description>Hm...also mir fallen da jede Menge anderer &quot;fundamentals&quot; der Volkskirche ein.

Zum Beispiel: &quot;EIGENTLICH GEHÖREN JA IMMER NOCH ALLE DAZU (AUCH WENN SIE LÄNGST AUSGETRETEN SIND)&quot; Man ist ja nur herausgegangen, um das Geld zu sparen, weil man sich über den Pastor geärgert hat, weil die kirchliche Friedhofsverwaltung auf Einhaltung von Regeln bestand ... (Macht es für mich auch mit dem Willow-Grundsatz &quot;belonging for believing&quot; eher schwer...

Dann fiele mir ein: &quot;(Deshalb): AMTSHANDLUNGEN DÜRFEN UNTER KEINEN UMSTÄNDEN ABGELEHNT WERDEN&quot;
Also: auch dann in jedem Fall taufen, auch wenn keiner der Eltern in der Kirche ist? Auch wenn hinter dem Wunsch nichts anderes steckt als: Mein Kind soll auf der Insel oder im Dorf &quot;dazugehören&quot; ? 

Vielleicht zu beidem passend: &quot;GLAUBE IST VOR ALLEN DINGEN VERBORGEN&quot; Eigentlich glaubt jeder
doch, auch (irgendwie) im christlichen Sinne. (?)Vielleicht auch: &quot;GLAUBE IST SO GEHEIMNISVOLL, DASS MAN NICHT SAGEN KÖNNEN MUSS, WORAN UND WARUM&quot; (&quot;die sind dann auch nicht besser&quot;)

Dann natürlich als ein gewaltiges &quot;fundamental&quot;:
die PFARRERZENTRIERUNG. Wenn der Pastor nicht da war, war &quot;die Kirche&quot; nicht vertreten (öffentliche Empfänge, Geburtstage etc.) Und alle Gaben sollen sich in ihm konzentrieren:
Ich sehe deutlich die Entwicklung, dass wir Pastorinnen und Pastoren als letzte in dem ganzen System überbleiben, aber auch mit dem Druck, all die Arbeit der anderen Mitarbeitenden irgendwie in unsere Arbeit zu integrieren und zu verdichten (wenn möglich, natürlich, ohne Qualitätsverlust...)

Auch so ein &quot;fundamental&quot;: &quot;DIE EIGENTLICHE BEKENNTNISSCHRIFT SIND DIE EKD-MITGLIEDSCHAFS- UNTERSUCHUNGEN&quot;. Diese werden gewissermaßen als handlungsleitende Norm genommen. Z. B.: Ihr dürft eigentlich Kasualien gar nicht als Anknüpfungspunkte für Glaubensvertiefung nutzen, weil die Leute es doch erkennbar gar nicht wollen.

Und vielleicht noch ein letztes: &quot;JEDE VORHANDENE GRUPPE MUSS 1. UNBEDINGT VOM PASTOR GELEITET WERDEN UND 2. SIE DARF AUF KEINEN FALL
AUFGEGEBEN WERDEN&quot;. 

Nach meiner Wahrnehmung also doch &quot;fundamentals&quot; genug</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hm&#8230;also mir fallen da jede Menge anderer &#8220;fundamentals&#8221; der Volkskirche ein.</p>
<p>Zum Beispiel: &#8220;EIGENTLICH GEHÖREN JA IMMER NOCH ALLE DAZU (AUCH WENN SIE LÄNGST AUSGETRETEN SIND)&#8221; Man ist ja nur herausgegangen, um das Geld zu sparen, weil man sich über den Pastor geärgert hat, weil die kirchliche Friedhofsverwaltung auf Einhaltung von Regeln bestand &#8230; (Macht es für mich auch mit dem Willow-Grundsatz &#8220;belonging for believing&#8221; eher schwer&#8230;</p>
<p>Dann fiele mir ein: &#8220;(Deshalb): AMTSHANDLUNGEN DÜRFEN UNTER KEINEN UMSTÄNDEN ABGELEHNT WERDEN&#8221;<br />
Also: auch dann in jedem Fall taufen, auch wenn keiner der Eltern in der Kirche ist? Auch wenn hinter dem Wunsch nichts anderes steckt als: Mein Kind soll auf der Insel oder im Dorf &#8220;dazugehören&#8221; ? </p>
<p>Vielleicht zu beidem passend: &#8220;GLAUBE IST VOR ALLEN DINGEN VERBORGEN&#8221; Eigentlich glaubt jeder<br />
doch, auch (irgendwie) im christlichen Sinne. (?)Vielleicht auch: &#8220;GLAUBE IST SO GEHEIMNISVOLL, DASS MAN NICHT SAGEN KÖNNEN MUSS, WORAN UND WARUM&#8221; (&#8220;die sind dann auch nicht besser&#8221;)</p>
<p>Dann natürlich als ein gewaltiges &#8220;fundamental&#8221;:<br />
die PFARRERZENTRIERUNG. Wenn der Pastor nicht da war, war &#8220;die Kirche&#8221; nicht vertreten (öffentliche Empfänge, Geburtstage etc.) Und alle Gaben sollen sich in ihm konzentrieren:<br />
Ich sehe deutlich die Entwicklung, dass wir Pastorinnen und Pastoren als letzte in dem ganzen System überbleiben, aber auch mit dem Druck, all die Arbeit der anderen Mitarbeitenden irgendwie in unsere Arbeit zu integrieren und zu verdichten (wenn möglich, natürlich, ohne Qualitätsverlust&#8230;)</p>
<p>Auch so ein &#8220;fundamental&#8221;: &#8220;DIE EIGENTLICHE BEKENNTNISSCHRIFT SIND DIE EKD-MITGLIEDSCHAFS- UNTERSUCHUNGEN&#8221;. Diese werden gewissermaßen als handlungsleitende Norm genommen. Z. B.: Ihr dürft eigentlich Kasualien gar nicht als Anknüpfungspunkte für Glaubensvertiefung nutzen, weil die Leute es doch erkennbar gar nicht wollen.</p>
<p>Und vielleicht noch ein letztes: &#8220;JEDE VORHANDENE GRUPPE MUSS 1. UNBEDINGT VOM PASTOR GELEITET WERDEN UND 2. SIE DARF AUF KEINEN FALL<br />
AUFGEGEBEN WERDEN&#8221;. </p>
<p>Nach meiner Wahrnehmung also doch &#8220;fundamentals&#8221; genug</p>
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