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	<title>Kommentare zu: Die Erfindung der Geschichte</title>
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		<title>Von: Jürgen</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2006/11/29/theologie/die-erfindung-der-geschichte/comment-page-1#comment-1764</link>
		<dc:creator>Jürgen</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2006 10:30:31 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, dadurch bekommt der Mensch seine Bedeutung als Gottes Gegenüber zugesprochen.
Halbgötter in weiß und anderer Coleur bleiben meist beim &quot;Ich&quot; hängen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, dadurch bekommt der Mensch seine Bedeutung als Gottes Gegenüber zugesprochen.<br />
Halbgötter in weiß und anderer Coleur bleiben meist beim &#8220;Ich&#8221; hängen.</p>
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		<title>Von: Peter Aschoff</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2006/11/29/theologie/die-erfindung-der-geschichte/comment-page-1#comment-1763</link>
		<dc:creator>Peter Aschoff</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2006 10:09:15 +0000</pubDate>
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		<description>Ohne das Buch hier wiedergeben zu können: Klar konnten einzelne schreiben, doch es gab eben keine Gemeinschaft, die auf die Idee gekommen wäre, ihre Geschichte überhaupt zu erzählen. Und die der &quot;göttlichen&quot; Könige wurde erzählt, weil sie für das unvergängliche (dachte man...) Reich standen, nicht weil sie Individuen gewesen wären.

Aber die Ich-Du Struktur der letztgültigen bzw. gesamten Wirklichkeit ist eben ein jüdischer Gedanke, und bei Abraham taucht er erstmals in der Geschichte auf.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne das Buch hier wiedergeben zu können: Klar konnten einzelne schreiben, doch es gab eben keine Gemeinschaft, die auf die Idee gekommen wäre, ihre Geschichte überhaupt zu erzählen. Und die der &#8220;göttlichen&#8221; Könige wurde erzählt, weil sie für das unvergängliche (dachte man&#8230;) Reich standen, nicht weil sie Individuen gewesen wären.</p>
<p>Aber die Ich-Du Struktur der letztgültigen bzw. gesamten Wirklichkeit ist eben ein jüdischer Gedanke, und bei Abraham taucht er erstmals in der Geschichte auf.</p>
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		<title>Von: Jürgen</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2006/11/29/theologie/die-erfindung-der-geschichte/comment-page-1#comment-1762</link>
		<dc:creator>Jürgen</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2006 09:54:22 +0000</pubDate>
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		<description>Es ist das Privileg der Mächtigen, die Geschichte zu schreiben, die auch überliefert wird. Die Legitimation der Königshäuser war (und ist z.T. immer noch interessanterweise) eine übernatürliche Abkunft in irgendeiner Art und Weise. 
Funde von Aufzeichnungen und Briefen zeigen, daß auch der &quot;kleine Mann&quot; (oder eher der &quot;mittlere&quot;, der schreiben konnte) sein Leben gelebt hat, sowohl im Zweistromland, als auch in Ägypten.
Es ist ja nicht der &quot;Bürger&quot; Abraham gewesen, der die Initiative ergriff und nun auch seine Geschichte für überliefernswert hielt. Es ist die Geschichte des Gottes Abrahams, in dem Fall also nicht nur die Geschichte eines Halbgottes, sondern sogar eines &quot;Vollgottes&quot;, der für die überlieferte Geschichte sorgt, somit also nicht wirklich ein Ausbruch aus dem bewährten Schema.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist das Privileg der Mächtigen, die Geschichte zu schreiben, die auch überliefert wird. Die Legitimation der Königshäuser war (und ist z.T. immer noch interessanterweise) eine übernatürliche Abkunft in irgendeiner Art und Weise.<br />
Funde von Aufzeichnungen und Briefen zeigen, daß auch der &#8220;kleine Mann&#8221; (oder eher der &#8220;mittlere&#8221;, der schreiben konnte) sein Leben gelebt hat, sowohl im Zweistromland, als auch in Ägypten.<br />
Es ist ja nicht der &#8220;Bürger&#8221; Abraham gewesen, der die Initiative ergriff und nun auch seine Geschichte für überliefernswert hielt. Es ist die Geschichte des Gottes Abrahams, in dem Fall also nicht nur die Geschichte eines Halbgottes, sondern sogar eines &#8220;Vollgottes&#8221;, der für die überlieferte Geschichte sorgt, somit also nicht wirklich ein Ausbruch aus dem bewährten Schema.</p>
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		<title>Von: Peter Aschoff</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2006/11/29/theologie/die-erfindung-der-geschichte/comment-page-1#comment-1761</link>
		<dc:creator>Peter Aschoff</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2006 09:18:05 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, das Buch lohnt sich. Bei allen Ähnlichkeiten ist für Cahill gerade auch Gilgamesch der Beweis der Differenz, eben dass es dort keine echte Veränderung gibt und keine echte Individualität. Und wie du auch bemerkst: Trotz aller episodischen Spannung zwischendurch fehlt dem Epos ein Ziel. Und die Akteure sind Typen, keine Individuen.

Gilgamesch war, wie die griechischen Heroen, eben ein Halbgott. Die Sumerer kamen gar nicht auf die Idee, von Nicht-Königen eine Genealogie zu schreiben, wie sie heute noch in Genesis 11 steht. Die Griechen, Ägypter, Inder vor 4000 Jahren waren da vermutlich auch nicht anders. Unser ganzes neuzeitliches Personverständnis ist ohne die Bibel undenkbar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, das Buch lohnt sich. Bei allen Ähnlichkeiten ist für Cahill gerade auch Gilgamesch der Beweis der Differenz, eben dass es dort keine echte Veränderung gibt und keine echte Individualität. Und wie du auch bemerkst: Trotz aller episodischen Spannung zwischendurch fehlt dem Epos ein Ziel. Und die Akteure sind Typen, keine Individuen.</p>
<p>Gilgamesch war, wie die griechischen Heroen, eben ein Halbgott. Die Sumerer kamen gar nicht auf die Idee, von Nicht-Königen eine Genealogie zu schreiben, wie sie heute noch in Genesis 11 steht. Die Griechen, Ägypter, Inder vor 4000 Jahren waren da vermutlich auch nicht anders. Unser ganzes neuzeitliches Personverständnis ist ohne die Bibel undenkbar.</p>
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		<title>Von: Jürgen</title>
		<link>http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2006/11/29/theologie/die-erfindung-der-geschichte/comment-page-1#comment-1760</link>
		<dc:creator>Jürgen</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2006 08:57:40 +0000</pubDate>
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		<description>In der Tat ist der Auszug Abrahams im Vertrauen auf Gott für die biblische Geschichte, in der auch wir stehen, von entscheidender Bedeutung. Das aber als Urgrund von Geschichte und Individualität zu sehen halte ich für übertrieben. 
Auch im Gilgamesch-Epos zieht Gilgamesch in die Ferne, dem Tod und Schicksal zu trotzen, und wirklich gelingt es ihm, das Kraut des Lebens für seinen toten Freund Enkidu mitzubringen, auch hier ist die Hoffnung zum Ausbrechen aus dem Rad von Tod und Leben greifbar nahe. Wenn auch diese Geschichte nach all der Spannung ein geradezu plattes Ende nimmt, so geht es trotzdem um ein sich austrecken nach etwas neuem, was vorher noch nie da war.
Zum anderen wäre es interessant, sich den Buchtitel mal genauer anzuschauen, die westliche Zivilisation scheint mir aktuell, mehr denn je, eher vom antiken Griechenland geprägt zu sein trotz (noch) linearem Zeitverständnis.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In der Tat ist der Auszug Abrahams im Vertrauen auf Gott für die biblische Geschichte, in der auch wir stehen, von entscheidender Bedeutung. Das aber als Urgrund von Geschichte und Individualität zu sehen halte ich für übertrieben.<br />
Auch im Gilgamesch-Epos zieht Gilgamesch in die Ferne, dem Tod und Schicksal zu trotzen, und wirklich gelingt es ihm, das Kraut des Lebens für seinen toten Freund Enkidu mitzubringen, auch hier ist die Hoffnung zum Ausbrechen aus dem Rad von Tod und Leben greifbar nahe. Wenn auch diese Geschichte nach all der Spannung ein geradezu plattes Ende nimmt, so geht es trotzdem um ein sich austrecken nach etwas neuem, was vorher noch nie da war.<br />
Zum anderen wäre es interessant, sich den Buchtitel mal genauer anzuschauen, die westliche Zivilisation scheint mir aktuell, mehr denn je, eher vom antiken Griechenland geprägt zu sein trotz (noch) linearem Zeitverständnis.</p>
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