Krankes System Schule?
Peter | 28. Jul 2008Heute zitiert die SZ eine Grundschullehrerin, deren Klasse dem Schulamt zu gut ist, mit diesen Worten:
Ein Fünferschüler bleibt ein Fünferschüler, egal wie viel Nachhilfe er bekommt, wie sehr sich seine Lehrerin auch um Förderung bemüht, einfach weil es Fünferschüler geben muss. Wir werden genötigt, Versager zu produzieren!
Denn wenn er besser wird, werden einfach die Anforderungen verschärft, damit der Schnitt wieder stimmt. Bildung mit einem vorab längst festgelegten Durchschnitt, und das heißt: Mittelmaß, als Vorgabe. Der einzelne zählt dabei gar nicht. Für Lehrer wie Schüler gleichermaßen deprimierend.
Während die hiesige Staatspartei den Status Quo aus Kostengründen schönredet, haben die Grünen Kati Jauhiainen aus Finnland eingeladen, das bildungspolitisch eine andere Welt zu sein scheint. Wir brauchen offenbar nichts weniger als einen völligen Mentalitätswechsel:
Kinder bräuchten das Gefühl, etwas geschafft zu haben, sagt Kati Jauhiainen und staunt ihrerseits über die deutsche Realität. Über Schüler, die sich vor lauter Angst krank in die Schule schleppen, über Lehrer, die bei Elterngesprächen nicht mehr als den dürren Rat parat haben, das Kind müsse sich eben mehr anstrengen. Dafür, so die Referentin, würde sich jeder finnische Lehrer schämen.
Solche Gespräche kenne ich nur zu gut. Bei einem der letzten hatte ich das Gefühl, dass der Lehrer (Mathematik, mit Sport im Nebenfach) eher seinen Ehrgeiz daran setzte, den Schülern bei Prüfungen ihre Lücken und Grenzen vor Augen zu führen (und damit die eigene Überlegenheit…), als ihnen ein Erfolgserlebnis zu vermitteln.











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