Missional auf dem Land
Peter | 17. Aug 2008Gestern war ich zum Predigen bei GMS in Frommetsfelden. Seit einigen Jahren bin ich jedes Jahr ein bis zweimal dort und genieße es immer sehr. Westmittelfranken mit seinen Dörfern und den herzlichen, bodenständigen Menschen ist ein wohltuendes Korrektiv für den Intellektuellen aus der Universitäts- und (wenn auch kleinen) Großstadt.
Ich finde es großartig, wie sich diese Gemeinschaft entwickelt hat über die Jahre: Durch Alpha und andere Aktivitäten (darunter auch – für Gemeinschaften dieser Größe außergewöhnlich viele – soziale und internationale Projekte) sind sie nach Jahren der Stagnation deutlich gewachsen und haben nun mit der evangelischen Kirchengemeinde als “Juniorpartner” und vielen Eigenleistungen ein Gemeindezentrum gebaut. Im November ist die offizielle Einweihung, aber schon jetzt sieht es sehr schick aus.
Klar erKant…
Peter | 16. Aug 2008Manfred Lütz zur Krise der aufgeklärten Gottesglaubens nach dem Erdbeben von Lissabon 1752 (nett: die freche Anspielung im ersten Satz):
… hier wurde die Aufklärung Opfer ihrer eigenen selbstverschuldeten Verdunkelung. Sie hatte sich nämlich mit den Mitteln der menschlichen Vernunft einen vernünftigen Gott gebastelt, der als Weltbaumeister und Sicherer der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung fungierte und mit dem man kleinen Kindern Angst machen konnte, wenn sie ihre noch kleineren Geschwister verprügelten. Die Aufklärung hatte einen Gott konstruiert, von dem der stets ums eigene Wohlergehen besorgte Voltaire sogar sagte, man müsse ihn erfinden, wenn er nicht existieren würde. (…) Dieser tönerne Gott brach beim ersten Erdbeben auseinander. Eines ist freilich unübersehbar: Dieser Gott ist ein Kunstprodukt und meilenweit entfernt zum Beispiel vom christlichen Gottesbild.
(Gott: Eine kleine Geschichte des Größten, S. 57)
Hochstapler :-)
Peter | 16. Aug 2008In der nächsten Woche werde ich an der Überarbeitung des Alpha-Kurses arbeiten und danach warten drei Wochen Urlaub (den wir, anders als ursprünglich geplant, im Wesentlichen zuhause verbringen werden).
Alles gute Gründe, den Bücherstapel auf dem Schreib- und Nachttisch aufzustocken. Hier sind die Neuzugänge, die sicher auch auf diesem Blog ihre Spuren hinterlassen werden in den nächsten Tagen. Seit gestern vergnüge ich mich mit einem Weihnachtsgeschenk, nämlich Gott: Eine kleine Geschichte des Größten von Manfred Lütz.
Den Tipp zu William Cavanaughs Being Consumed: Economics and Christian Desire habe ich von Jason Clarke, der letzte Anstoß kam aus dem neulich erwähnten Podcast über Radical Orthodoxy.
Aus der Bibliothek habe ich dann noch von Niklas Luhmann Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie entliehen. Das dickste Buch mit dem kleinsten Druck. Als Ausgleich muss dann noch ein guter Roman her, da sind die Würfel aber noch nicht gefallen.
Und zu persönlichen Inspiration liegt hier schließlich noch Brian McLarens Finding Our Way Again: The Return of the Ancient Practices ein ebenfalls noch ungelesenes Geburtstagsgeschenk. Langeweile, stets meine größte Sorge, ist damit schon ziemlich unwahrscheinlich geworden.

Neuer Begleiter
Peter | 15. Aug 2008Seit vorgestern begleitet mich ein W890i von Sony Ericsson. Ich habe mich für das hosentaschentauglichste Handy entschieden und bin so weit sehr zufrieden. Es ist extrem flach und handlich, an die kleinen Tasten habe ich mich schon gewöhnt, das Display ist gestochen scharf und die einfache Kamera schießt verhältnismäßig gute Bilder, leider ohne Blitz – aber der fehlt dem iPhone ja auch
Das federleichte und robuste Gehäuse ist aus Alu und passt zu meinem MacBook Pro. So lange mein Carrier (der mit dem blubbernden Logo) iPhones nur in anderen Ländern anbietet, ist das eine gute Lösung
Hier ein unbearbeitetes Testbild vom Mittwoch Abend:
Viele Wünsche…
Peter | 11. Aug 2008… hat man dem Volksglauben zufolge frei, wenn die Erde ab heute nacht durch den Perseidenstrom segelt. Aktuell sieht das Wetter um Erlangen nicht nach klarem Himmel aus, aber die ungewöhnliche Sternschnuppendichte soll noch bis zum 13. anhalten. Und wer das für Aberglauben hält, darf zu jeder Sternschuppe ein Gebet anbringen.
Galeonsfigur
Peter | 09. Aug 2008Time widmet seine Titelstory Rick Warren, der Obama und McCain demnächst befragen wird, und seinen P.E.A.C.E Plan. Ein erfreulich sachlicher Bericht über den wohl einflussreichsten Kirchenmann in den USA und die stetig fortschreitende Lösung der evangelikalen Bewegung von der Religiösen Rechten.
Ich hoffe, die Kollegen von der Zeit lesen das auch, bevor sie wieder so einen Artikel fabrizieren, der alles in einen Topf wirft.
Der letzte Feind
Peter | 09. Aug 2008Ein Onkel verstarb diese Woche unerwartet. Bisher haben wir nur die Generation der Großeltern beerdigt, irgendwie schien der Tod da noch weiter weg, und meistens war eine mehr oder weniger lange Krankheit vorausgegangen. Das war diesmal anders, vielleicht hat es mich auch deswegen so beschäftigt. Auf der Fahrt nach Detmold habe ich daran denken müssen, dass dieser Onkel bei den Familienfesten immer der war, der am herzlichsten lachte. Als ich am Grab stand und auf den Sarg schaute, malte ich mir aus, dass ich dieses Lachen irgendwann einmal wieder höre.
Christliche Beerdigungen sind auch ein Protest gegen den Tod. Wir nehmen ihn nicht achselzuckend als biologische Notwendigkeit hin, sondern machen uns bewusst, dass da eine einzigartige Person mit einer unverwechselbaren Geschichte aus unserem Leben und dieser Welt herausgerissen wurde, und dass das zutiefst unnatürlich ist (alles andere erinnert mich irgendwie an Cowslip in Richard Adams’ “Watership Down“, wo der Tod totgeschwiegen wird und jeder nur still hofft, dass er nicht der nächste ist).
Also lassen wir uns unterbrechen, kommen zusammen und schieben die Trauer nicht einfach weg, indem wir noch etwas härter arbeiten. Wir schauen dankbar zurück und machen uns bewusst, was wir an einander hatten, statt den Verlust herunterzuspielen. Kerzen und Blumen sind keine hilflosen Gesten, sondern machen die Hoffnung anschaulich. Wir arrangieren uns nicht mit dem Tod, sondern betrachten ihn als den letzten Feind, dem wir gemeinsam ins Auge sehen. Er hat scheinbar einen Sieg errungen und wir fühlen den Schmerz, aber wir wissen zum Glück auch, dass das nicht das letzte Wort war und hoffen auf Gott, der den Tod entmachtet hat. Für alle, die schon gestorben sind, und für uns selbst.
Bumerang
Peter | 09. Aug 2008“Freundlichkeit ist ein Bumerang – sie kommt zurück.” Diesen Satz las ich gestern an der Reparaturannahme einer Autowerkstatt. Beim Hinausgehen habe ich mich gefragt, warum das Schild eigentlich da stand. Denn wenn die Mitarbeiter das glauben, behandeln sie die Kunden so freundlich, dass es von selbst wirkt.
War das also eher eine dezente Einladung an den Kunden, das Personal gut zu behandeln? Anders gefragt: Wenn ich jetzt unfreundlich gewesen wäre, hätte ich dann eine unfreundliche Antwort bekommen? Ich kam allmählich ins Grübeln.
Solche und ähnliche Sprüche gibt es ja auch in unseren Gemeinden. Wenn wir sie aber auf Schilder schreiben und aushängen, könnten die Gedanken, die das bei Gästen auslöst, selbst zum Bumerang werden. Das wäre dann eher Stoff für eine Stromberg-Folge, wenn es die nicht schon längst gibt.














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