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Was wen so wundert (und wen nicht)

Peter | 23. Feb 2010

Am vergangenen Wochenende war ich wieder unterwegs und habe mit einer sehr netten Gruppe unter kundiger Anleitung die Liturgie des evangelischen Gottesdienstes studiert und wenigstens in Ansätzen geübt. Zum Abschluss besuchten wir gemeinsam einen Gemeindegottesdienst, der von Pfarrer, Kantorin und Lektor zwar nicht nach der reinen Lehre der Liturgik, aber doch sehr ansprechend gestaltet worden war.

Wieder unter uns wurden im Nachgespräch die unorthodoxen Teile konstatiert und alles abschließend wohlwollend bewertet. Aber der Punkt, der mich am meisten verwundert und umgetrieben hatte, war offenbar keinem aufgestoßen (und, das muss fairerweise dazu gesagt werden, auch gar nicht Thema des Wochenendes): Unsere – altersmäßig gemischte – Gruppe hatte den Altersschnitt der Gottesdienstgemeinde nämlich mal eben so halbiert und die Zahl der Versammelten glatt verdoppelt.

Meine Frage war die ganze Stunde über die, ob hier (und nicht nur hier) die “Kerngemeinde” mit ihren Bedürfnissen, Gewohnheiten und Erwartungen nicht auch eine kulturelle Barriere darstellt für andere. So schön es ist, die Qualität des vorhandenen Angebots hoch zu halten oder zu verbessern – müssen wir nicht noch viel dringender über neue und alternative Wege reden? Auch wenn freilich klar ist, dass nicht jede Innovation eine Verbesserung ist und nicht jedes Experiment gelingt?

Natürlich fiel mir der Kontrast auch deswegen so stark auf, weil das bei ELIA erfreulich anders ist. Doch das könnte ja in 10 Jahren schon ganz anders aussehen. Jetzt pharisäerhaft Gott zu danken, dass ich nicht bin wie dieser, bzw. meine Gemeinde nicht wie diese, wäre verfehlt. Ich muss mich vielmehr selber ständig fragen, woran ich mich alles schon gewöhnt habe: Wo werden meine Realitäten unter der Hand so zur “Normalität”, dass ich gar nichts anderes mehr denken kann oder von Gott erwarte?

Können sich Gemeinden ändern, und wie bleiben “alte” Gemeinden jung und flexibel? Ich freue mich schon auf das Wochenende mit Alan Roxburgh vom 12.-14. März zu genau dieser Fragestellung: Welche konkreten Schritte können wir heute gehen, um nicht doch früher oder später zu verknöchern?

Alan Roxburgh, Kirche, Liturgie, Normalität
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