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	<title>Kommentare zu: Poet und Prophet</title>
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		<title>Von: Peter</title>
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		<dc:creator>Peter</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 12:37:07 +0000</pubDate>
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		<description>Fatalismus ist es ja nicht so richtig. Eher eine Lawine, die mutwillig oder fahrlässig losgetreten wurde. Vielleicht hatte Lawrence ja auch Recht, dass da schon etwas seinen Lauf nahm, was nicht mehr aufzuhalten war. Nicht prinzipiell, weil es vorherbestimmt wäre, aber weil die Kraft  nicht da war, es zu stoppen - Parallelen zum G8 und Klimagipfel drängen sich auf. Und natürlich zu Propheten wie Jeremia.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Fatalismus ist es ja nicht so richtig. Eher eine Lawine, die mutwillig oder fahrlässig losgetreten wurde. Vielleicht hatte Lawrence ja auch Recht, dass da schon etwas seinen Lauf nahm, was nicht mehr aufzuhalten war. Nicht prinzipiell, weil es vorherbestimmt wäre, aber weil die Kraft  nicht da war, es zu stoppen &#8211; Parallelen zum G8 und Klimagipfel drängen sich auf. Und natürlich zu Propheten wie Jeremia.</p>
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		<title>Von: Jan Nivell</title>
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		<dc:creator>Jan Nivell</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 10:51:53 +0000</pubDate>
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		<description>Sicher hat Olli Recht mit dem, was er sagt und dennoch kann man nicht von der Hand weisen, dass Dichter ganz häufig ein feines Gespür, eine hohe Sensibilität für vorherrschende (latente) Stimmungen und den allgemeinen Zeitgeist, sowie Ahnungen oder Antizipationen kommender Ereignisse, besonders was schwelende Gefahren anbelangt, haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher hat Olli Recht mit dem, was er sagt und dennoch kann man nicht von der Hand weisen, dass Dichter ganz häufig ein feines Gespür, eine hohe Sensibilität für vorherrschende (latente) Stimmungen und den allgemeinen Zeitgeist, sowie Ahnungen oder Antizipationen kommender Ereignisse, besonders was schwelende Gefahren anbelangt, haben.</p>
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		<title>Von: Olli</title>
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		<dc:creator>Olli</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 18:08:35 +0000</pubDate>
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		<description>Hmmmm... (Da mag der Geschichtelehrer nicht schweigen...)

Nur um der Geschichte die Ehre zu geben:
Im Jahr 23 ging auch wirklich alles schief, was nur schiefgehen konnte. Putschversuche von links und rechts. Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle in München bricht im Kugelhagel der bayerischen Landespolizei (ein Hurra auf bayerische Ordnungshüter!) zusammen, das Ruhrgebiet (im Zitat ausdrücklich erwähnt) wird wegen geringfügiger Vertragsverletzungen von französischen Truppen besetzt. Separatistenbewegungen in Sachsen und Thüringen führen zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Am Ende noch die größte Hyperinflation, die es in Deutschland je gab, in der die Billionen-Mark-Scheine (spontan gedrucktes Notgeld) am Ende nur noch zum Verheizen (im Küchenofen) gut waren.

Da darf Lawrence gerne mal alle Hoffnung verlieren, damit ist er nicht allein, Schwarzseherei war in diesem Jahr ohnehin eher in Mode.
Viel erstaunlicher ist, dass in den Folgejahren, den &quot;Goldenen 20ern&quot;, Männer wie Stresemann und Briand die Aussöhnung zwischen Erzfeinden gewagt und an einem Traum von einem friedlichen Europa gearbeitet haben...

Aus historischer Sicht ist der Fatalismus von Lawrence eher zeittypisch, die Hoffnung und das radikale Wagnis der Annäherung und Versöhnung von Stresemann und Briand (gemeinsamer Friedensnobelpreis 1926) ist das eigentlich Bemerkenswerte der Zeit.

Viel spannender für mich ist also: Woher haben diese ehemaligen Feinde die Dreistigkeit zur Hoffnung her?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hmmmm&#8230; (Da mag der Geschichtelehrer nicht schweigen&#8230;)</p>
<p>Nur um der Geschichte die Ehre zu geben:<br />
Im Jahr 23 ging auch wirklich alles schief, was nur schiefgehen konnte. Putschversuche von links und rechts. Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle in München bricht im Kugelhagel der bayerischen Landespolizei (ein Hurra auf bayerische Ordnungshüter!) zusammen, das Ruhrgebiet (im Zitat ausdrücklich erwähnt) wird wegen geringfügiger Vertragsverletzungen von französischen Truppen besetzt. Separatistenbewegungen in Sachsen und Thüringen führen zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Am Ende noch die größte Hyperinflation, die es in Deutschland je gab, in der die Billionen-Mark-Scheine (spontan gedrucktes Notgeld) am Ende nur noch zum Verheizen (im Küchenofen) gut waren.</p>
<p>Da darf Lawrence gerne mal alle Hoffnung verlieren, damit ist er nicht allein, Schwarzseherei war in diesem Jahr ohnehin eher in Mode.<br />
Viel erstaunlicher ist, dass in den Folgejahren, den &#8220;Goldenen 20ern&#8221;, Männer wie Stresemann und Briand die Aussöhnung zwischen Erzfeinden gewagt und an einem Traum von einem friedlichen Europa gearbeitet haben&#8230;</p>
<p>Aus historischer Sicht ist der Fatalismus von Lawrence eher zeittypisch, die Hoffnung und das radikale Wagnis der Annäherung und Versöhnung von Stresemann und Briand (gemeinsamer Friedensnobelpreis 1926) ist das eigentlich Bemerkenswerte der Zeit.</p>
<p>Viel spannender für mich ist also: Woher haben diese ehemaligen Feinde die Dreistigkeit zur Hoffnung her?</p>
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