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Rennradfahrer sind seltsame Menschen

Peter | 22. Aug 2010

… das ist bestimmt eine ungerechte Verallgemeinerung. Vielleicht treffe ich immer nur die komischen Exemplare. Sie tragen grelle Trikots mit wenig ansehnlichen Werbeaufdrucken meist unbekannter Firmen, ohne dass sie dafür etwas bezahlt bekämen, und verstecken sich hinter Spiegelbrillen, deren Gläser in Schockfarben wie türkis, orange oder pink schillern und an die Stubenfliege Puck aus der Biene Maja erinnern. Vermutlich um andere Verkehrsteilnehmer darüber im Unklaren zu lassen, ob sie noch Puste haben oder längst aus dem letzten Loch pfeifen. Denn das Leben ist ein Wettrennen, da verschenkt man keinen Vorteil, auch keinen psychologischen.

Ich bin ein eher zügiger Radfahrer, aber mit normaler Sonnenbrille und in unauffälligem Zwirn unterwegs. Ab und zu begegne ich einem Rennradler, der verträumt vor sich hin strampelt. Er – vielmehr sein Ehrgeiz – erwacht jedoch in genau dem Moment, wo ich ihn überhole. Dann hängt er sich ein Weilchen in meinen Windschatten um etwas später triumphierend an mir vorbeizuziehen. Ich bin kein Bummler und finde es schön, schnell zu sein. Aber mein Verdacht ist, dass Rennradler immer nur “schneller als” sein müssen. Sonst wäre sie ja gleich schneller gefahren.

PS: Für Ehrgeizige gibt es inzwischen elektrische Hilfsmotoren, die man dezent im Rahmen verstecken kann.

Achtung: Ironie!
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5 Responses to “Rennradfahrer sind seltsame Menschen”

  1. Fred sagt:
    22. Aug 2010 um 18:30

    Naja, so sind nicht alle. Ich fahre auch Rennrad. Ohne Sonnenbrille, dafür mit normalem Guckeisen, ohne Trikot, dafür mit altem T-Shirt. Ich mach mir dann gerne einen Spass draus, die Styler durch Überholen oder Windschattenausnutzen “zu ärgern”. :)

  2. spiritus lector sagt:
    23. Aug 2010 um 08:22

    Moinmoin,

    recht hast Du, es gibt – wie in anderen Bereichen auch – echt verkrampfte Typen !
    Bin auch leidenschaftlicher Rennradler, hochwertige Funktionskleidung ist halt mit Werbung oft viel billiger, ein Freund aus unserem Verein hat dem Marketingchef seiner Firma für lau ein Toptrikot aus den Rippen geleiert, für dass ich sonst 110 – Euro bezahlen müsste.
    Ich bin mittlerweile auf regenerativen Ausfahrten auch dann ganz locker wenn mich einer auf einem Dreigang Hollandrad überholt :-) )
    Zur Elektromotor- Ironie: So vie Ironie braucht es da nicht…
    http://diepresse.com/home/sport/mehrsport/571069/index.do

  3. Jörg sagt:
    23. Aug 2010 um 08:35

    Hallo Peter,

    ich bin Radfahrer, allerdings auf einem Treckingrad. Habe mir allerdings entsprechende Radkleidung besorgt (ohne Werbeaufdruck). Empfinde diese beim Radfahren als sehr praktisch. Zum einen wird eventuell der Schweiß direkt aufgesogen, zum anderen kühlt die Kleidung ohne den Körper auszukühlen.

    Ansonsten gebe ich Dir recht. Meine letzte Begegnung mit dieser Spezie war eine Tour von der Bever. Auf dem Rückweg kam die beschriebene Gattung vor bei, ein Mädel hatte “Bergziege” auf dem Anzug stehen. Man, hat die gemeckert bei der kleinen Steigung. ;)

    Euch allen weiterhin eine gute Fahrt.

  4. Peter sagt:
    23. Aug 2010 um 09:03

    Danke für die Kommentare. Gut zu wissen, dass es unter Rennradlern auch normale Leute gibt! ;-)

  5. yumiyoshi sagt:
    24. Aug 2010 um 17:53

    Naja, es ist halt so: Rennradfahrer sind Sportler. Sportler sind ehrgeizige Menschen. Menschen, die also schneller, stärker, besser als andere sein wollen. Deswegen gibt es ja auch sportliche Wettkämpfe. Gegen die normalerweise niemand etwas hat. Insofern: Sei barmherzig zu den Rennradlern. Wer sich im Wttkampf misst, will halt im Alltag auch gern vorne sein. Aber wollen wir das nicht alle irgendwo in irgendeinem Bereich unseres Lebens? Also: Auch wenns seltsam erscheint, Rennradfahrer sind von nix anderem getrieben als wir alle irgendwo: Dem Ehrgeiz, etwas zu leisten und vollbringen zu wollen. Ich hab mich in meinen aktiven Radlerzeiten ja auch nicht gern überholen lassen. Schon gar nicht von irgendwelchen Nervensägen, die meinten, sich an der Ampel immer vordrängen zu müssen. Bunt gekleidet hab ich mich allerdings auch nie, das war mir immer zu Affig.

    Im übrigen ist es stark Gegendabhängig, wie sportlich die bunt Gekleideten sind: Im Flachland sind es meinstens Poser, wo nicht viel dahinter ist. In den Bergen sollte man sich mit solchen Leuten besser nicht anlegen. Wenn eine Tirolerin “Bergziege” am Radshirt stehen hat, dann ist das normalerweise eine durchaus ernst gemeinte Ansage… ;-)

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