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“God is not a lot of fun these days”

Peter | 16. Dez 2011

Am vergangenen Sonntag hat Eric Weiner in der New York Times sich – unter anderem mit dem oben zitierten Satz – stellvertretend für immer mehr Amerikaner geäußert, die sich als konfessionslos bezeichnen und keiner Glaubensgemeinschaft angehören.

Weiner sieht sich als jemanden, der eigentlich gern glauben würde, dem aber der Weg dahin verbaut wird. In der Weihnachtszeit wird diese Kluft besonders schmerzhaft. Von Gott in der Öffentlichkeit zu reden ist fast immer peinlich. Anscheinend hat man nur die Wahl zwischen den “true believers” und den “wütenden Atheisten”. Abschreckend ist dabei ein unerträglich polarisierender und politisierter Glaube – in dem Sinn, dass sich niemand als Christ “outen” möchte, weil damit politische Standpunkte assoziiert werden, die man ablehnt.

Auch Weiner war lange der Ansicht, Gott sei bloß etwas für Deppen und Republikaner. Nun fragt er, ob es einen Weg zum Glauben gibt, der kein Weg zurück hinter die Aufklärung ist. Aber dann ist nicht so sehr die Vernunft sein Kriterium, sondern erstaunlicherweise der Humor: Der Dalai Lama lache oft und gern, schreibt er, während die religiösen Führer (und damit dürfte er vor allem die Fernsehprediger meinen) die Leute anbrüllen. Gott, da ist sich Weiner sicher, ist aber kein Ausrufezeichen, sondern ein Strichpunkt. Er trennt weniger als dass er verbindet.

Wiener geht mit einem Zitat von Alfred North Whitehead zurück auf die aufklärerische Definition von Religion als eine Sache der Innerlichkeit. Und dann wünscht er sich einen Messias der Zweifler herbei, eine Ikone, die Entfremdeten das Glauben wieder möglich macht, einen “Steve Jobs der Religion”. Jemanden mit Unternehmergeist, der Glauben wieder intuitiv macht und interaktiv – sagt Weiner, der sich eben noch als Rationalist bezeichnet hat und Religion als Privatsache? – jemand, der einen Raum schafft, wo man fröhlich zweifeln darf, Platz ist für Experimente und wo man über Gott reden kann, ohne dass es peinlich wird.

Ich bin sicher, Rob Bell hat den Artikel auch gelesen. Vielleicht schreibt er Herrn Weiner mal ein paar Zeilen.

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