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Neue deutsche Coolness?

Peter | 07. Feb 2012

Deutschlands neue starke Rolle in Europa führt dazu, dass andere immer wieder alte Nazi-Klischees aufleben lassen. Bisher war man das nur von englischen Zeitungen während eines Fußballturniers gewohnt. In der Zeit fragt Bernd Ulrich sich und uns, wie man darauf am besten reagieren sollte – derzeit nimmt das ja eher zu als ab. Einerseits können wir das leidige Nazi-Kapitel nie für endgültig abgeschlossen erklären, andererseits darf man den allzu durchsichtigen Manipulationsversuchen auch nicht auf den Leim gehen, wenn wieder einmal jemand die Nazi-Karte spielt:

Die deutsche Vergangenheit wird nur dann ganz sicher nicht wiederkehren, wenn die Deutschen sich nie ganz sicher sind, dass sie nicht wiederkehrt. Darum können sich die Deutschen, ihre Politiker zumal, nicht ganz verpanzern, weder gegen Anwürfe von außen noch gegen Anflüge von Selbstzweifeln. Es bleibt da eine wunde Stelle.

Was soll man nun tun? Die anderen bitten, mit diesem Nazi-Mist einfach aufzuhören, uns Deutsche bitte schön in jeder nur erdenklichen Form zu beschimpfen außer in dieser? Ja, das könnte man. Die Deutschen könnten auch zugeben, dass sie geliebt werden wollen (das ist nichts Schlimmes), viel mehr als Franzosen oder Briten, die sich schon selbst ganz gut lieben. Allerdings können sich die Deutschen vor lauter Liebesbedürftigkeit nicht selbst verleugnen, schon weil die anderen sie dann nur noch mehr verachten würden.

Schließlich muss sich eine gewisse Coolness nach außen mit besonders hoher historischer Sensibilität nach innen verbinden. Antisemitismus, Neonazi-Terror, Geschichtsvergessenheit, Anfälle von Arroganz – das sind die wirklichen Gefahren und Verführungen.

 

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6 Responses to “Neue deutsche Coolness?”

  1. Jörg Pasquay sagt:
    07. Feb 2012 um 12:50

    Deutschlands neue starke Rolle in Europa führt dazu, dass nicht immer wieder alte Nazi-Klischees aufleben lassen…. ???

    Was will der Künstler uns mit diesem Konstrukt an Begriffen sagen? In der Absicht lässt sich die Formulierung eines deutschen Satzes vermuten aber… nein, aber bei mehrmaligem Lesen lässt sich kein wirklicher Sinn erkennen… Bitte nochmal…

  2. Peter sagt:
    07. Feb 2012 um 12:53

    Danke für den Hinweis. Fehler behoben.

  3. Jörg Pasquay sagt:
    07. Feb 2012 um 13:31

    Gerne :-) Ich habe in meiner Kritik auch einen Fehler gemacht… es sollte natürlich heißen “auch bei mehrmaligem Lesen…”
    So ergibt der Text dann auch in der weiteren Lektüre einen Sinn.

    Deutschland hat definitiv eine Berufung von Gott als Beispielland. Lasst uns beten, dass sie deutlicher und erkennbar für die Welt wird und das JESUS in Deutschland verherrlicht wird.

  4. Peter sagt:
    07. Feb 2012 um 14:25

    Ich würde hier nicht schon gleich wieder über nationale göttliche Berufungen spekulieren, das ist schon mehrmals ins Auge gegangen. Und es führt auf falsche Fährten. Die Frage ist doch, wie eine gesunde Identifikation mit Europa wachsen kann und was dazu konstruktiv beiträgt.

  5. Jörg Pasquay sagt:
    07. Feb 2012 um 15:10

    ich glaube, das was für einen einzelnen Menschen das Beste ist (Heil, Erlösung und damit Identität bei Jesus zu finden) ist ebenso für eine Nation das Beste.
    Die Fährte, “Jesus in Deutschland verherrlicht” kann so “falsch” ja nun nicht sein. Letzten Endes geht es doch darum, dass Jesus angebetet wird. Darin liegt das große Endziel. Und Europa ist ebenso und immernoch ein “Tropfen am Eimer” wie es die Länder aus denen es sich zusammensetzt auch schon immer waren.
    Der HERR ist HERR über die Völker und muss zu seinem Recht kommen. Und der HERR ist es auch, der die Geschichte dieses Landes heilen und die Nationen mit Deutschland zusammen versöhnen muss.

  6. Mark sagt:
    07. Feb 2012 um 18:44

    Bei solchen Beleidigungen geht es doch nicht darum uns mit echten Vorwürfen zu beleidigen.
    Der Grund für diese Beleidigungen ist wahrscheinlich eher innenpolitischer Natur. Es soll einfach ein Feindbild geschaffen werden, an dem sich der Zorn der Massen entladen kann. Wenn dies gelingt, dann wird die Wut und die Angst der Griechen sozusagen nach Außen abgeleitet. Gleichzeitig sorgt ein solches gemeinsames Feindbild in der Regel auch dafür, dass interne Streitigkeiten erst einmal ignoriert werden. Dies stärkt die Gemeinschaft im Innern und sorgt für eine Art „Burgfrieden“.

    Sadistische Motive halte ich in diesem Sinne für wesentlich weniger wichtig, obwohl auch diese sicherlich in Einzelfällen eine Rolle spielen mögen. Schließlich ist es ja kein Geheimnis, dass der Nazivorwurf den meisten Deutschen unter die Haut geht. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass genau das für manche den Reiz ausmacht, „die Deutschen“ gerade auf diese Art und Weise zu beleidigen. Es tut uns weh und diese Leute freuen sich darüber, dass es uns weh tut.

    Wie man nun darauf reagieren soll, kann ich nicht sagen. Das einzige, was ich sagen kann, ist, dass man sich als Beleidigter unter keinen Umständen entschuldigen darf. So etwas wird als Schwäche ausgelegt und provoziert nur weitere Attacken.

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