Artefakte

Das Rot erster Früchte lugt durchs üppige Grün,
Gerste wogt seidig auf den Hügeln dahin.

In den Schimmer tupfen Kornblumen kräftiges Blau,
ein Gewitter türmt sich auf im ersten Hitzestau.

Es poltert heran und zerfällt über Nacht;
der Morgen ahnt nichts mehr von Blitzen und Krach.

Der Himmel ist heiter, leicht feucht noch die Luft;
am Waldrand lauert mächtig der Holunderduft

Selbst die Sonne steht früh auf, um nichts zu verpassen,
geht erst spät und widerwillig, denn sie kann nicht nicht satt seh'n.

Pappeln schütteln weiße Flocken in den Sommerwind,
mein Herz schlägt Purzelbäume, ich bin ein Junikind.

kornblumen

Share

Für den gerade beginnenden Winter muss man das Jahr über Farben sammeln. In Schottland habe ich diesen Sommer so viele davon gefunden, dass sie fürs ganz Jahr reichen, und wer möchte, kann sie für sich oder als Weihnachtsgeschenk für Schottland-Begeisterte im Freundes- und Bekanntenkreis bei Calvendo bzw. über Amazon erstehen. Dort findet Ihr auch eine Vorschau der Fotos.

Das Format bis zu A2 kann man selbst wählen. Ich werde dabei garantiert nicht reich, aber wenn Euch der Kalender gefällt, sagt es weiter oder schreibt gern auch eine Rezension.

Share

4 Kommentare

… erfährt der Aufrichtige
von seiner Zukünftigen
dass sich das Wunschkind
ohne ihn auf den Weg machte
– adieu, Durchschnittsfamilie.

 

Träumt der Verlässliche
von erfüllten Versprechen
von himmlischen Namen
und handelt verwegen
– adieu, Alltäglichkeit.

 

Verlassen die Himmelsdeuter
die erhabene Warte
und suchen die Antwort
im irdischen Gewimmel
– adieu, Berechenbarkeit.

 

Rutscht der Tyrann
rastlos auf seinem
Thron hin und her
bangt um die Macht
– adieu, Selbstherrlichkeit.

 

Schwärmen die Schergen
aus ins Städtchen
sinnloser Blutdurst
Macht ohne Menschlichkeit
– adieu, Kleinstadtidylle.

 

Flieht die Hoffnung
ins Land alter Feinde
bis in der Heimat
ein Tod Türen öffnet
– adieu, alte Ordnung.

 

Aber glücklich seid
ihr Düpierten und Träumer
ihr Suchenden und Gejagten
ihr Weinenden und Armseligen
Gott ist ganz
unten angekommen:
Immanuel.

Share

6 Kommentare

Gestern wurde Pastor Johannes Klement von der FeG in seine neues eingeführt. Als ich mir ein Grußwort überlegte, dachte ch, früher oder später wird es sich auch einmal fragen, was sich Gott eigentlich gedacht haben mag, als er die Franken erschuf.

Hier ist die Antwort - viel Spaß beim Gucken. Die Musik musste ich auf lizenfrei umstellen, gestern haben wir dazu "Pomp and Circumstance" laufen lassen und es hat wunderbar gepasst.

Das Beste zuletzt… from Peter Aschoff on Vimeo.

Share

Die Tage werden länger und die Welt heller. Hier (mit gebührendem Abstand) eine Erinnerung an die düsteren Zeiten. Aber die gibt es halt auch ab und zu:


Irgendwo zwischen diesen Bäumen muss der Weg liegen, auf dem ich kam.
Im Rückblick sieht alles anders aus, als wenn man eilig losstürmt,
und mit gesenktem Haupt sieht man die Welt anders
als wenn man dabei ist, nach den Sternen zu greifen.

Ich dachte, ich gehe nicht weit
Ich dachte, ich kenne mich aus.
Zurück kommt man immer, wenn man noch will.
Aber der Durchlass ist überwuchert
die Spuren verwischt,
der Faden gerissen.

Ich bleibe nicht stehen.
Die Ratlosigkeit wäre
nicht auszuhalten.
Wie ein Tiger
gezwängt ins enge Gehege
gehe ich auf und ab.

Meine Augen sind müde
vom ständigen Suchen.
Nichts tut sich auf.
Nichts erreicht, nichts gewonnen, nichts gelernt?

Die Erde besteht aus schwimmenden Inseln
Kontinente driften wie Wolken am Himmel.
Kein Kompass klärt. Pole wandern.
Die Weltkarten wurden neu gemischt.

Irgendwo zwischen diesen Bäumen
lag der Weg, auf dem ich kam.
Zwischen den Stämmen und Zweigen
wird es dunkel.

Share

3 Kommentare

Für den LebensArt Gottesdienst letzten Sonntag haben wir einen kleinen Stummfilm produziert. Leider muss für die online-Version der Soundtrack wegbleiben. Es sei denn, jemand von Euch hat Tipps, wo wir gute lizenzfreie Aufnahmen von Ragtimes und sonstiger stummfilmtauglicher Klaviermusik finden - dann werde ich es nachvertonen und neu einstellen.

Aber jetzt viel Spaß beim Zuschauen:

Share

Anne Lamott beschreibt, was ihre Gemeinde für sie bedeutet und wie eine Geschichte ihrer Pastorin das treffend wiedergibt:

Als sie ungefähr sieben war, verlief sich eines Tages ihre beste Freundin. Das kleine Mädchen lief die Straßen der großen Stadt, in der es lebte, auf und ab, konnte aber keinen Orientierungspunkt finden. Sie hatte große Angst. Schließlich hielt ein Polizist an, um ihr zu helfen. Er setzte sie auf den Beifahrersitz seines Autos und sie fuhren durch die Gegend, bis sie ihre Kirche sah. Sie zeigte sie dem Polizisten und sagte ihm bestimmt: “Sie können mich jetzt rauslassen. Das ist meine Kirche, und von hier finde ich immer heim.”

Und deshalb bleibe ich so nah an meiner - denn ganz egal, wie schlecht ich mich fühle, wie verloren oder einsam oder verängstigt, wenn ich die Gesichter der Leute in meiner Kirche sehe, und ihre rauchigen Stimmen höre, kann ich immer heim finden.

Und etwas später stellt sie dann fest:

Meine Verwandten leben alle in der Bay Area (um San Francisco) und ich vergöttere sie, aber sie drehen sich alle so ängstlich um sich selbst wie ich, und das meine ich in der allernettesten Weise. Sagen wir einfach: Ich verlasse Familientreffen nicht mit dem Gefühl, eine Art geistliche Chemotherapie bekommen zu haben. Aber wenn ich von St. Andrews komme, habe ich das.

Technorati Tags: ,

Share

2 Kommentare

Die Tür
ist zu.
Ich habe sie
ins Schloss geworfen,
verletzt, traurig.
Manche Dinge
kann man nicht
offen lassen.

Die Tür
ist zu.
Anlehnen wäre
mir lieber gewesen
als Dunkelheit, Stille.
Nicht nur Kinder
fürchten das
alleine Sein.

Die Tür
ist zu.
Ich habe mich
ausgesperrt,
rastlos, unschlüssig.
Wer schließt
den Abgrund
im Herzen?

Die Tür
ist zu.
Ich kann noch
nicht weiter
- benommen, erlahmt.
Sterben
ist wie
diese Tür.

Technorati Tags:

Share