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Auf Abrahams Spuren

Peter | 04. Jan 2012

William Ury ist Anthropologe und Experte in Sachen Frieden und Versöhnung. In diesem TED-Video beschreibt er neben ein paar wichtigen Grundsätzen zur Konfliktbewältigung vor allem ein konkretes Projekt: The Abraham Path, eine Art Pilgerreise auf Abrahams Spuren, bei der sich Menschen verschiedener Ethnien und Religionen begegnen, Gastfreundschaft erfahren und Seite an Seite gehen.

Der syrische Teil der Route dürfte momentan nicht zugänglich sein, aber es bleiben ja noch viele andere Abschnitte auf der Route von Ur nach Be’er Sheva.


William Ury on TED from Ting Wu on Vimeo.

Abraham, Versöhnung, TED, William Ury
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Untergangsprophet

Peter | 28. Dez 2011

Wären sie doch alle so originell wie dieser… :)

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Angst vor dem Kontrollverlust

Peter | 15. Dez 2011

Der britische Dramatiker Simon Stephens spricht diese Woche mit der Süddeutschen über seine Kritik am Europa-Kurs der Tories, der die Schlagzeilen in den letzten Tagen beherrschte. Es geht viel um die Angst vor dem “Anderen” und deren Missbrauch.

Dabei ärgert ihn besonders die scheinheilige Argumentation über mangelnde demokratische Legitimierungen von Entschlüssen der EU – ein Argument, das man hier ja auch ab und zu hört. Stephens’ Antwort lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Vielleicht ist der Ärmelkanal ja doch nicht endgültig breiter geworden:

Der öffentliche Diskurs über die EU in Großbritannien ist geprägt von dem Widerwillen, sich den Launen und Entscheidungen einer Institution zu beugen, über die wir nur begrenzte demokratische Kontrolle haben – warum sollten wir tun, was Europa uns sagt? Das scheint auch der Grund für die Popularität von Camerons Blockade zu sein. Aber dieselben Leute haben anscheinend keine Probleme mehr damit, sich den Launen und Entscheidungen einer deutlich weniger legitimierten Institution zu beugen, nämlich der sogenannten City.

… Die Heuchelei von Leuten wie Cameron und Johnson ist, dass sie sich jetzt, heimlich oder öffentlich, die Hände reiben und sich über die Krise des Euro freuen. Dabei war es ja nicht der Euro, der die europäischen Volkswirtschaften hat kollabieren lassen, sondern die Art von Bankgeschäften, die diese Politiker selbst so eifrig beschützen.

Europa
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Terror und Hoffnung

Peter | 26. Jul 2011

Die Flut der Kommentare zu den Morden in Norwegen war so, dass ich auf diesem Blog nicht auch noch meinen Senf dazu geben wollte. Auch ein paar Tage nach dem Blutbad finde ich ein paar Stimmen aus ganz unterschiedlichen Gründen noch bemerkenswert:

Paul Hefty schreibt in der FAZ darüber, dass man die Geschehnisse nicht kommentieren könne. Und im nächsten Atemzug kommentiert er sie doch – als hätte er seinen eigenen Text schon vergessen. Vergessen kann man auch den Rest des Kommentar: Es sei die Tat eines Irren, schreibt er. Wobei das, wie Manfred Lütz schon im Blick auf Hitler betont hat, nur allzu leicht auf eine Diffamierung psychisch Kranker hinausläuft. Man kann das moralisch qualifizieren, aber nicht unbedingt pathologisch. Vor allem gleicht das dem Reflex der Rechtspopulisten , die ihren Geistesverwandten nur allzu gern als Verrückten hinstellen wollen, um sich keinen unangenehmen Fragen stellen zu müssen.

Markus Horeld rechnet auf Zeit Online mit deutschen Politikern und Funktionären ab, die angesichts des Leids nicht schweigen können und sich nicht zu schade sind, alte Forderungen nach mehr Überwachungsstaat aus der Mottenkiste zu holen, um damit innenpolitisch zu punkten. Sozialdemokraten sind übrigens keine darunter, die trauern und müssen sich mit dem Gedanken abfinden, dass sie in Westeuropa womöglich eine gefährdete Minderheit werden könnten.

Mit der Blindheit der “Terrorexperten” und dem peinlichen Zwang, auf Verdacht schon mal loszulabern oder Meinungen zu äußern, bevor man über seriöse Informationen verfügt, beschäftigt sich Hasnain Kazim auf Spiegel Online.

Und Peter Frey findet im ZDF ein paar klare Worte zum “christlichen” Hintergrund des “ersten antiislamischen Terroristen”, mahnt zugleich aber auch eine energischere Auseinandersetzung der Kirchen mit “christlichen Fundamentalisten” an. Die ist nötig und stellt Evangelische Allianz wie auch freikirchliche Verbände vor dieselbe Aufgabe, sich hier nämlich noch deutlicher zu positionieren. Ohne scharfe Abgrenzungen gegen einzelne Stimmen und Gruppen, die eine bedenkliche Nähe zu Anders Breiviks Kreuzzugmentalität aufweisen, wird es kaum abgehen.

Positiv und hoffnungsvoll stimmt schließlich dieser Artikel von Michael Schlieben auf Zeit Online über die Reaktion der Norweger, die dieses Land noch sympathischer macht. Wäre da nicht der dunkle Winter, ich würde mir ernsthaft überlegen, ob ich nicht auswandere. Ministerpräsident Stoltenberg beschwört die Freiheit und nicht die Vergeltung:

Stoltenberg sprach nicht von Rache, nicht von Vergeltung, nicht von einer Jagd auf irgendwelche Hintermänner. Er demonstrierte keine militärische Entschlossenheit, wies niemandem die Schuld zu, er forderte auch keine Gesetzesänderungen, wie das jetzt reflexhaft in Deutschland bereits begonnen hat. Stoltenberg war nicht aktionistisch, nicht affektgesteuert, sondern in seiner Fassungslosigkeit wohltuend klug und besonnen. Sein Verhalten war ein Zeugnis von guter politischer Führung.

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Evangelium, Mission und Privatdetektive

Peter | 19. Jun 2011

Eine nette Analogie stand heute in dieser Meldung der Süddeutschen Zeitung, vielleicht braucht sie jemand mal als Beispiel in einem Gespräch oder einen Predigt:

Ein Mann im US-Bundesstaat Utah hat monatelang als Obdachloser gelebt, obwohl ein dickes Erbe seines Bruders auf ihn wartete. Die Familie des Mannes hatte eigens einen Privatdetektiv angeheuert, um ihn zu finden – doch erst als lokale Medien über den Fall berichteten, kam laut „Deseret News“ der entscheidende Hinweis auf ein Obdachlosenheim in Salt Lake City. Der Mann lebte demnach jahrelang auf der Straße. Künftig werde er genügend Geld haben, „um sich selbst zu versorgen oder jemanden anzustellen, der sich um ihn kümmert“, sagte der Detektiv der Zeitung. Die genaue Erbsumme blieb geheim.

Ich kommentiere das jetzt nicht; wer möchte, kann dazu Römer 8,17 und 10,14ff lesen.

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Gier und Erbsünde

Peter | 24. Mrz 2011

Vorgestern in Neues aus der Anstalt, die derzeit keinen Mangel an kommentarwürdigen Verrücktheiten zu verzeichnen hat, hat Winfried Schmickler ein zeitloses Gedicht – man könnte auch sagen: eine veritable Kurzpredigt – zum Besten. Wer den Clip noch nicht gesehen hat: Unbedingt anschauen!

Passend dazu Erwin Pelzigs fränkisch-pessimistische Definition von “Erbsünde”: “Der Mensch an sich is halt a Drecksau.”
Für alle, die am Sonntag zur Wahl gehen: Diese Folge der Anstalt ist informativer als ein Wahl-o-Mat…

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Panik und Verzweiflung

Peter | 12. Jan 2011

muss bei der CSU ausgebrochen sein, wie der folgende Spot beweist, zu dem sich jeder Kommentar erübrigt (via netzwelt.org):

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Das Wort zum Dreikönigstag

Peter | 06. Jan 2011

findet sich heute auf Zeit Online:

Wie kein anderer Politiker der letzten Jahrzehnte ist es Guido Westerwelle gelungen, seine Partei auf sich auszurichten. Dass es zu ihm, wie es nun heißt, keine Alternative gibt, ist vielleicht die schlagendste Begründung, warum er nun abtreten muss – selbst wenn die Nachfolge noch nicht überzeugend gelöst ist. Mit ihm an der Spitze bleibt die Partei eingemauert in die Geschichte ihrer Verwahrlosung.

Westerwelle, FDP
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Mach ‘nen Kult draus

Peter | 21. Sep 2010

Vielleicht – nein, hoffentlich! – gibt es diese Diskussion ja nur in den USA. Ein Mädchen und seine Mutter klagen gegen eine Schule in North Carolina, die ein Nasenpiercing verbietet. Das Verbot ist seltsam genug. Richtig schräg wird es, weil sie es unter Verweis auf die Religionsfreiheit aushebeln wollen. Die beiden gehören zur “Church of Body Modification” (die überzeugt mit sehr appetitlichen Fotos auf ihrer Website).

Also ich warte ja nur darauf, dass bei der geltenden Rechtslage nach Raucherclubs nun überall Qualmkirchen aufmachen…

Religionsfreiheit
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Spruch des Tages (17)

Peter | 11. Sep 2010

Es muss erlaubt sein, auch mal schräg denken zu dürfen und nicht nur quer.

Django Asül im Stern (Danke an Frank für den Link!)

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Weisheit der Woche: Weitblick

Peter | 20. Aug 2010

In Krisenzeiten braucht man eine etwas weiter ausgreifende Perspektive als den Rat des Mainstreams und das Klein-Klein des bloßen Durchwurstelns

Jürgen Habermas – hier zitiert

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Adam, Eva und die globale Familie

Peter | 16. Aug 2010

In diesem spannenden Video geht Jeremy Rifkin der Frage nach dem Ursprung der Menschheit, der Zivilisation und der menschlichen Natur nach. Er setzt ein mit der Feststellung, dass der Mensch nicht – wie manche Denker der Aufklärung und Vertreter der (frühen) Evolutionstheorie vermuteten – primär von Aggression und Trieb zur Selbstdurchsetzung gelenkt wird, sondern von Empathie, Kooperation und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit.

Auf die Frage, ob es gelingen kann, globale Solidarität jenseits von ethnischen, religiösen, ideologischen und nationalen Grenzen zu ermöglichen, kommt er eher nebenbei darauf zu sprechen, dass genetische Daten darauf hindeuten, dass die heute Menschheit tatsächlich von einem Mann und einer Frau abstammt und dass daher die globale Familie genetisch betrachtet gar keine Fiktion ist. Weiß jemand, wer diesen Nachweis geführt hat?

Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich sage damit nicht, dass Genesis 1-2 in allen Einzelheiten wörtlich auszulegen wäre, besonders was die Theorie von der Erbsünde betrifft. Aber für einen fruchtbaren Dialog zwischen Theologie und Wissenschaft liefert Rifkin ein paar schöne Ansatzpunkte.


RSA Animate – Empathic Civilisation from The RSA on Vimeo.

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Fundstücke zum Wochenende

Peter | 01. Aug 2010

Ein paar bemerkenswerte Sachen habe ich in den letzten Tagen gelesen, vielleicht findet der eine oder die andere sie auch spannend:

Die Zeit erläutert, warum viele Spitzenkräfte an ihrer neuen Stelle nicht mehr annähernd so gut sind wie bisher. Das Umfeld ist oft mindestens so wichtig für den Erfolg wie die eigene Leistung.

John Hulsman beschreibt in einem Gastbeitrag für die SZ, warum Sarah Palin eine Gefahr für die USA und die Welt ist, obwohl (oder gerade weil) sie bestimmt nie zur Präsidentin gewählt wird.

Die Stiftung Warentest hat die Anbieter fairer Kleidung unter die Lupe genommen und einen ernüchterndes Fazit gezogen.

Christine Herbert hat sich Gedanken gemacht zum Tag der Freundschaft – und warum sich Männer mit dem Thema schwerer tun als Frauen.

Immerhin: CSU-General Dobrindt entschuldigt sich für sein Gepöbel gegen Hannelore Kraft, die in Duisburg mit einer Rede die Herzen erreichte und den richtigen Ton traf – was man sich das bei ihrem Vorgänger nie hätte vorstellen können.

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Britische Verhältnisse

Peter | 22. Jul 2010

Anlässlich der gegenwärtigen Entschuldigungsorgien der Deutschen Bahn fiel mir ein altes Gedicht von Steve Turner ein: British Rail regrets. Ich habe es hier gefunden vielleicht inspiriert es ja ein paar Hobbydichter. Es ist alt, aber hierzulande wäre es mit “German Rail” erstaunlich aktuell:

British Rail Regrets by Steve Turner

British Rail regrets
having to regret.
British Rail regrets
it cannot spell.
British Rail regrets
the chalk ran out.
British Rail regrets
that due to a staff shortage
there will be no-one
to offer regrets.
British Rail regrets, but will not be sending
flowers or tributes.
British Rail regrets
the early arrival
of your train.
This was due to industrious action.
British Rail regrets
that because of a work-to-rule
by our tape machine
this is a real person.
British Rail regrets
the cheese shortage
in your sandwich.
This is due to
a points failure.
The steward got
three out of ten.
British Rail regrets.
Tears flow from beneath
the locked doors of staff rooms.
Red-eyed ticket collectors
offer comfort
to stranded passengers.
Angry drivers threaten
to come out in sympathy
with the public.
British Rail regrets.
That’s why its members
are permanently dressed in black.
That’s why porters stand around
as if in a state of shock.
That’s why Passenger Information
is off the hook.

British Rail regrets
that due to the shortage of regrets
there will be a train.

Entschuldigungen, Bahn
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Weisheit der Woche: Spielregeln

Peter | 21. Jul 2010

Wer das eigene Leben mit einer Reality Soap verwechselt und nach deren Regeln lebt, der darf sich nicht wundern, wenn er ganz plötzlich rausgewählt wird.

Franziska Seng in der Süddeutschen

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