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Böse verrechnet

Peter | 16. Mrz 2006

Der Artikel aus der Zeit von neulich hat mich wieder sensibilisiert. Die Erkenntnis, dass unsere demografische Entwicklung auch wirtschaftlich ein böses Erwachen nach sich ziehen wird, setzt sich in den letzten Tagen an etlichen Stellen durch. Zum Beispiel in einem Interview der SZ mit dem Soziologen Franz-Xaver Kaufmann, der dort unter anderem sagt:

In einem kulturellen Umfeld, das materiellem Wohlstand hohe Bedeutung zumisst, wirkt die wirtschaftliche Belastung durch Kinder und die damit verbundene Einschränkung der Erwerbsmöglichkeiten für viele abschreckend.

Die Schwierigkeit liegt also in der materialistischen Brille, die wir uns nicht vom Kopf reißen können. Daher wird viel geredet, aber nicht wirksam gegengesteuert in der Familienpolitik. Kaufmann meint dazu:

…es liegt auch an einer falschen Problemwahrnehmung. Aus Sicht der herrschenden Wirtschaftswissenschaften, die natürlich in den Finanzministerien dominiert, gelten die Aufwendungen für Kinder als Konsumaufwendungen und nicht als Investitionen.

Schließlich lässt sich das Problem noch etwas klarer eingrenzen, nämlich auf Männer. Auch das hatte Christine Brinck in der Zeit schon angedeutet. Beschämend für uns, aber so sieht es aus:

Passend dazu zeigt sich in jüngsten Umfragen eine zunehmende Unlust junger deutscher Männer, eine Familie zu gründen, während immer mehr junge Frauen darüber klagen, keine geeigneten Partner zu finden.

Ich kann mir jetzt Gedanken machen über die Erziehung dreier junger Männer in unserem Haushalt und was wir als Gemeinde bzw. als Christen überhaupt für wirksame Zeichen setzen können, die in eine andere Richtung weisen. Eigentlich müssten wir hier von unseren eigenen Werten her einen Trend setzen können.

Schließlich erinnert Kaufmann an die Migrationsbewegung der Völkerwanderung. Eine schrumpfende Bevölkerung hier zu Lande hätte vergleichbare Konsequenzen wie das Dahinsinken des kraftlos-dekadenten Römerreiches. Da schließt sich dann wieder der Kreis zum keltischen Christentum: Es war die einzige Form des Glaubens, die in diesem Klima nicht nur überlebte, sondern richtig eingeschlagen hat.

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“Fest der Erscheinung”

Peter | 16. Mrz 2006

Seit heute wird “Licht der Sonne, Glanz des Feuers” ausgeliefert. Der Titel ist übrigens ein Zitat aus St. Patricks Brustharnisch (der sog. Lorica) – es ist mir selbst erst mit Verzögerung aufgefallen, woher der Verlag die Idee hatte ;-)

Vor drei Jahren haben wir einen Abend zum Thema Celtic Power gemacht, auf den eine Menge konstruktiver Kritik kam. Die hat dann zu einer Artikelreihe für Aufatmen geführt, aus der dann dieses Buch wurde.

200603160926

Ob die Kritik gefruchtet hat, kann jeder sehen auf der “Release Party” am 31. März (20.00 Uhr, Erlangen, Gemeindehaus am Bohlenplatz). Da wird es Musik von Agara Braes geben, die vor drei Jahren schon mit von der Partie waren, Martin hat irish coffee angekündigt und vielleicht treiben wir noch ein paar Flaschen Guiness und Kilkenny auf. Ich werde ein paar Passagen vorlesen und wer unbedingt will, kann auch ein Buch dort kaufen.

Viel wichtiger aber ist mir das Feiern mit den Leuten, ohne die dieses Buch nie entstanden wäre – allen voran Martina. Wer auch immer in der Nähe ist und Zeit hat, ist herzlich eingeladen!

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Endspurt zur Buchveröffentlichung

Peter | 31. Jan 2006

Das Erscheinungsdatum von “Licht der Sonne, Glanz des Feuers” über keltische Spiritualität steht endlich fest. Am 15. März kommen die Bücher aus der Druckerei.

Für alle, die in letzter Zeit danach gefragt haben: Kurz nach dem St. Patrick’s Day sollten sie dann also verfügbar sein.

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Hintergrund: Der Rosenkranz

Peter | 31. Jan 2006

Für alle, die beim Kubik-Lernwochenende oder auch so angefangen haben, über das Rosenkranzbeten nachzudenken, hier ein interessantes Artikelchen zum geschichtlichen Hintergrund. Bei allem, was ich über die Kelten schon gelesen hatte – das war mir neu, dass auch der Rosenkranz auf ihr Konto geht.

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Kloster-Kirche

Peter | 05. Jan 2006

Gestern hatten wir ein spannendes Gespräch im Team über Gemeinde als Kloster. Wir kamen darauf, weil Schwester Else Wolf vom Konvent Lumen Christi diese Woche gestorben ist. Dann haben wir über verschiedenene Kommunitäten gesprochen und mit welchen Herausforderungen man es da zu tun hat, zum Beispiel beim Generationswechsel.

Hore Abbey Kopie

Schließlich sind wir auf das momentan heiße Thema gekommen, inwiefern der Begriff “Kloster” nicht ein besseres Verständnis von radikaler Nachfolge transportiert als das ausgeleierte, schwammige Wort “Gemeinde”. Vorab muss klar sein, dass damit nicht Zölibat (“Keuschheit” kann man auch anders auslegen), Gütergemeinschaft und Wohnen unter einem Dach gemeint sein muss, wenn wir von Klöstern des 21. Jahrhunderts reden. Bonhoeffer hat zum Beispiel die Bergpredigt als “Regel” verstanden.

Positiv gewendet macht die Kloster-Metapher (vielleicht ist es ja auch mehr als nur eine Metapher) aber eine Menge Sinn, weil sie einen Lebensstil beschreibt, der vieles einschließt, was nicht jeder bei “Gemeinde” automatisch mithört, was aber im Neuen Testament sehr wohl gemeint ist, wenn es um Christsein und Nachfolge geht. Die folgende Liste ist noch unstrukturiert, aber immerhin:
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Back to the Future

Peter | 31. Dez 2005

Neulich fragte mich ein Freund, wozu ich ein Buch über Keltisches Christentum schreibe. Eigentlich geht es mir dabei nicht um die Vergangenheit, sondern um die Kirche der Zukunft:

  • Sie versteht sich als gemeinsam gelebte Mission
  • Sie schlägt Brücken in fremde, sogar feindliche Kulturen
  • Sie bringt Originale hervor, keine Funktionäre und Hierarchien
  • Sie erzählt das Evangelium als Geschichte der Neuschöpfung unserer gefallenen Welt
  • Sie lebt eine ganzheitliche Spiritualität, ohne Heiliges und Profanes, Geistliches und Weltliches zu trennen
  • Sie betet mit Leidenschaft und nimmt alle Künste zu Hilfe, um Gott zu loben
  • Sie ist mobil, flexibel und liebt das Abenteuer
  • Sie staunt über die Schöpfung und liebt die Menschen
  • Sie verbindet einfachen Glauben und höchste Gelehrsamkeit

Beim Schreiben habe ich entdeckt, dass ich am Tag des Heiligen Columbanus geboren wurde. Ich wusste doch, dass da eine Verbindung war ;-)

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Himmel und Erde

Peter | 01. Dez 2005

Die Erde ist zum Bersten voll mit Himmel
und jeder gewöhnliche Busch
steht mit Gott in Flammen
aber nur wer sieht
zieht seine Schuhe aus
die anderen sitzen drum herum
und pflücken Brombeeren.

(Elizabeth Barrett Browning, Aurora Leigh)

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Irische Impressionen (3): Bücher und Bildung

Peter | 15. Aug 2005

Ein bleibender Eindruck der Reise war der Besuch im Trinity College in Dublin, wo das Book of Kells ausgestellt ist. Man muss sich das mal klarmachen: Der größte Kunstschatz dieses Landes ist eine Bibelhandschrift. Keine Kronjuwelen, kein Palast, keine Kathedrale, kein Louvre.

DSCF0146_1

Wenn man sich durch die engen Räume der Bibliothek schiebt und die Erklärungen liest, bevor man sich an das dicht umlagerte Buch selbst herandrängt (unter Panzerglas mit anderen Werken bei sorgsam gedimmten Licht sieht man zwei Seiten), dann entdeckt man wieder erstaunliche Kleinigkeiten. Etwa, dass die blaue Tinte aus Lapislazuli gemacht wurde und das einzige damals bekannt Vorkommen dieses Steins in Afghanistan lag. Das ist wohl so, als müssten wir uns die Materialien vom Mond holen.

Aber die Bücher waren (neben der Wanderlust und dem Pioniergeist) der entscheidende Grund, warum ein Völkchen vom äußersten Rand des Kontinents das ganze barbarische Europa umkrempelte. Was noch einmal die Frage von letzter Woche aufwirft, ob eine geistliche Erneuerung auch geistig voll auf der Höhe sein muss, wenn sie Erfolg haben will.

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Irische Impressionen (1): Jugend und Abenteuer

Peter | 10. Aug 2005

Gestern kam ich von einem kurzen Trip nach Irland zurück. Das Wetter dort war offenbar deutlich besser als hier. Ich bin immer noch dabei, die Eindrücke zu sortieren. Dies hier ist der Beginn, Fotos kommen auch noch.

Gegen Irland wirken wir wie ein großes Seniorenheim. 50% der Leute dort sind unter 30, sagte mir jemand. Und genau so wirkt es, wenn man sich auf der Straße bewegt und die Leute ansieht. Ganz zu schweigen von Dublins “Temple Bar” mit den vielen abgefahrenen Szenekneipen. Aber selbst in der Provinz fühlt es sich anders an.

Straßenverkehr mag ein Indiz dafür sein, dass das Leben mehr als Abenteuer verstanden wird. Selbst als geübter Linksfahrer steht man ständig vor Herausforderungen oder wird zum Selberdenken gezwungen – etwa durch frei laufende Schafe und Hunde, dehnbare Angaben auf Verkehrsschildern wie “Slow” und verschärft “Very Slow”, oder “Dangerous Bridge” und “Acute Bend”. Wer durchkommt, hat es richtig gemacht, wer nicht, ist selber schuld. Wozu Stoßdämpfer da sind, versteht man auch erst richtig nach ein paar Tagen auf den Landsträßchen dort.

Die Iren denken positiv. Der Wetterbericht nannte die zähe Bewölkung, die gelegentlich einzelne Strahlen erahnen ließ, als “hazy sunshine”. Einfach liebenswert und sehr wohltuend für teutonische Grübler. :-)

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