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Langsam kommt man weiter

Peter | 08. Aug 2010

Die Kosten von Mobilität stehen mir aktuell wieder deutlich vor Augen, da liest man Berichte wie diesen auf Zeit Online nochmal ganz anders: Dort ist vom Ende des Ölzeitalters die Rede und davon, dass die Welt es kaum überleben würde, wenn in China statt bisher 25 Autos auf 1000 Einwohner 560 PKW kämen wie bei uns.

Die Regierung verschläft die Verkehrswende, die immer teurer werdendes Öl unweigerlich nach sich ziehen wird, jedoch weitgehend. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Wohnen und Arbeiten so zu ordnen, dass wir wieder mehr zu Fuß und mit dem Rad erledigen können – Langsamverkehr, sagen die Schweizer dazu.

Tanja Rieckmann schildert passend dazu auf Spiegel Online, wie sogar die Autobauer auf den Trend zur Demobilisierung und wachsender Entfremdung ganzer Käferschichten vom Auto als unverzichtbarem Statussymbol reagieren:

75 Prozent der 20-29-jährigen Befragten besitzen einen Führerschein, aber 45 Prozent fahren nur selten, und 80 Prozent erklären gar, dass man in der Stadt wegen des öffentlichen Verkehrs überhaupt kein Auto brauche. In Japan hat die Einstellung schon einen Namen: “kuruma banare”, übersetzt etwa Demotorisierung. Dort definieren sich junge Leute längst über ihr Smartphone oder Netbook – und nicht mehr übers Auto.

Konzerne wie Peugeot entwickeln daher Car-Sharing-Konzepte mit einem ausbaufähigen Anteil an Elektromobilität. Das geht zwar noch nicht weit genug, aber zur Entthronung des Autos trägt es dennoch bei.

Daran, wie sinnvoll Laufen und Radfahren ist, hat jüngst eine Studie erinnert, die darauf hindeutet, dass ein schwaches Herz auch das dazugehörige Hirn schneller altern lassen könnte. Das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen und der drohenden Demenz zu ent-gehen (!!) könnte also buchstäblich smart sein.

Autos, Mobilität
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Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Peter | 25. Jul 2010

Als es in den letzten Wochen so heiß war, haben sich viele nach Abkühlung gesehnt. Hin und wieder streifte uns einer der seltenen Schauer, dann tröpfelte es etwas – und Schluss. Der Regen verdunstete in dem Moment, als er am Boden aufkam.DSC06162.JPG

Gestern beim Erlanger Umweltfest hatten sich viele Gruppen und Organisationen zusammengetan und viele Besucher informiertes sich, diskutierten über Dinge, die man tun könnte und sollt und, ja eigentlich müsste. Und doch fragt man sich nach so einer Aktion, was denn neben bekanntlich selten langlebigen guten Vorsätzen auf Dauer bleibt.

Wir haben hier ja den Luxus, ohne Gefahr für Leib und Leben solche Aktionen machen zu können. Verrückterweise lähmt uns kaum etwas mehr als die Sorge, alles, was wir tun, könne am Ende nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Die ganze Mühe vergebens? Mich tröstet da auch die bekannte Geschichte von den Seesternen nicht so richtig. Manchmal überwältigt einen die gewaltige Dimension der sozialen und ökologischen Probleme. Vielleicht brauchen wir nichts so sehr wie Hoffnung.

Was mich tröstet, ist ein Satz wie 1. Korinther 15,58: “…seid standhaft und unerschütterlich, nehmt immer eifriger am Werk des Herrn teil und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist.” Der sagt mir, dass wir die Welt nicht retten werden, sondern Gott, der sie geschaffen hat. Und zugleich, dass alles, was ich als einzelner und wir als Minderheiten dazu beitragen, am Ende zählt: Jede Kilowattstunde Strom, die ich spare, jeder Liter Wasser, der sauber bleibt, jedes Pfund fairer Kaffee, jedes Kleidungsstück, das unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurde, und jeder Flug, auf den ich verzichte.DSC06201.JPG

Und: jedes Gespräch, das ich führe, um anderen den Grund dieser Hoffnung zu erklären und sie sensibel zu machen für die Probleme, aber auch die Möglichkeiten, die wir Menschen haben. Zu denen zählt auch das Gebet, also haben wir gestern am Ende des Umweltfestes mit den Gästen gebetet. Christliche Hoffnung sagt, dass Gott diese Welt mit ihrer Schönheit und dem Reichtum an Arten und Ressourcen geschaffen und uns anvertraut hat. Aber auch, dass ihn jede Form von zerstörtem Leben nicht unberührt lässt. Das bezeugt das Leiden Christi. Und seine Auferstehung, auf die Paulus seine Ermunterung für die Korinther und uns bezieht, sagt, dass Leid und Zerstörung nicht das letzte Wort haben werden. Sondern der Schöpfer, der in seiner Treue und Liebe eines Tages dafür sorgen wird, dass alles gut und heil wird.

Und dass wir von da aus auf unser Leben zurückblicken können und sagen: “Kaum zu glauben, aber es hat sich wirklich und wahrhaftig alles gelohnt!”

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Höllisch heiß

Peter | 16. Jul 2010

Der Sommer kam spät in unseren Breiten und der Winter war kalt, da hatten manche schlichten Gemüter den Klimawandel schon als Spuk verbucht oder sich den Parolen der ewig Skeptischen zugeneigt. Und ja, Al Gore und ein paar Klimaforscher waren zwischenzeitlich leider auch in die Schlagzeilen geraten.

Die gemessenen Tatsachen sprechen jedoch die ganze Zeit schon eine ganz andere Sprache, und nun, wo auch der letzte hier ins Schwitzen gekommen ist und wir nicht mehr täglich Fußball-Winterspiele auf der Südhalbkugel anschauen, nachdem die Bahn auch uns in Deutschland eine Klimakatastrophe bis zum Kollaps einzelner Reisender beschert hat, hört auch die Öffentlichkeit wieder hin:

Denn global gesehen war das erste Halbjahr erschreckend warm. Das Eis an den Polen schmilzt rasanter denn je. Der Juni war – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, auch wenn sie dabei sehr trocken wird – der 304. Monat in Folge, der über dem langjährigen Mittel des 20. Jahrhunderts liegt. Wer noch mehr Einzelheiten aus dem Bericht des US(!)-Wetterdienstes möchte, findet sie hier.

Statt über Klimaanlagen zu reden, die innen kühlen und draußen weiter heizen und Treibhausgase produzieren, sollten wir lieber drüber nachdenken, wie wir so konsequent wie möglich Emissionen senken und alternative Energien erschließen können. Statt in einigen Jahren Hilfseinsätze zu machen, um Orkan- und Flutopfer zu retten und Lebensmittel in verdorrte Regionen zu liefern, könnten wir alles dran setzen, zu verhindern, das das Leben vieler Millionen noch mehr zur Hölle wird als jetzt schon. Das wäre – mancher mag es nicht glauben oder erkennt den Zusammenhang nicht – genauso christliche Nächstenliebe.

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Rolle(r) vorwärts

Peter | 09. Jul 2010

Zwei Nachrichten dieser Tage, die vielleicht beim einen oder anderen der Fußballkater gefressen hatte:

  1. Erdöl wird sehr wahrscheinlich schon bald spürbar teurer
  2. Bis 2050 könnte Deutschland komplett auf Ökostrom umgestellt haben

Der Zusammenhang liegt auf der Hand – nun sollten wir das energisch anpacken mit dem Wandel. Der neue Trend in Sachen urbaner Mobilität sind übrigens e-Roller. Letztes Jahr habe ich ein Modell von Peugeot auf der IAA gesehen. Jetzt ziehen BMW und Mercedes nach. Wer hätte das gedacht!

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Verspielt

Peter | 19. Jun 2010

Vor ein paar Monaten hörte ich eine Stimme neben mir sagen: “Nanu, eben hatte ich doch noch ein Leben.” Die Worte stammten vom meinem Sohn und bezogen sich auf ein Computerspiel, da hat man in der Regel mehr als ein Leben. Ich hingegen habe mich damals gefragt, wie viele Leute das auf ihre persönliche Biografie auch so sagen würden.

Einen kennen wir nun: BP-Chef Tony Hayward will “sein Leben zurück“. Da gibt es außer ihm natürlich ein paar Menschen mehr im Zusammenhang mit der beispiellosen Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Und nachdem viele deutlich schlimmer betroffen sind als Hayward, wird ihm sein Wunsch nach einem sorgen- und stressfreien Leben mit entspannten Runden auf dem Golfplatz zu Recht verübelt. Man muss sich die Dimensionen des hässlichen Flecks immer wieder mal klar machen.

Hayward hat den Unfall nicht verursacht, aber er ist für die Folgen selbstverständlich verantwortlich und wird dafür ja sehr gut bezahlt. Er darf sich seinen geregelten Alltag gern zurückwünschen, wenn zuvor auch alle Fischer wieder gut schlafen, weil der letzte Dreck beseitigt ist und das Ökosystem sich wieder erholen kann. Erst wenn der letzte Helfer, der von den ölzersetzenden Chemikalien geschädigt wurde, wieder gesund ist. Und ein paar Leute werden ihr Leben nie wieder zurück bekommen. Es ist eben kein Computerspiel.

Das Verrückte daran ist ja: der Anspruch, dass alles so bleiben soll, wie es ist, führt geradewegs in die diversen Katastrophen. Wir werden unser Leben nie wieder zurück bekommen. Je länger wir daran festhalten, desto größer der Schock, wenn die Veränderungen über uns – dann unvorbereitet – hereinbrechen. Obama fordert die Energiewende, ob er sie durchsetzen kann, muss sich erst zeigen. Umso unverständlicher, dass Deutschland die überfällige Wende in der Verkehrspolitik wieder versäumt und dass fast unbemerkt von der Öffentlichkeit auch die Folgeverhandlungen zum Kopenhagener Klimagipfel gefloppt sind.

Was wäre wohl gewesen, wenn Jesus im Garten Gethsemane gesagt hätte, dass er sein Leben zurück will, und eine Kompanie Engel angefordert hätte, die ihn gerade noch rechtzeitig mit großem Zapfenstreich verabschieden? Hayward bekommt sein Leben übrigens gerade wieder zurück. Besser so für BP und die Welt. Walter Mixa arbeitet noch daran – seine Kollegen sind jedoch weniger kooperativ als der Aufsichtsrat von BP. Für den Rest gilt: Umkehr ist das Gebot der Stunde. Johann Baptist Metz hat es im Blick auf die Kirche so zugespitzt:

Kehren wir Christen in diesem Lande um, oder glauben wir lediglich an die Umkehr und bleiben unter dem Deckmantel der geglaubten Umkehr die alten? Folgen wir nach, oder glauben wir nur an die Nachfolge und gehen dann unter dem Deckmantel der nur geglaubten Nachfolge die alten, immer gleichen Wege? Lieben wir, oder glauben wir an die Liebe und bleiben unter dem Deckmantel der geglaubten Liebe die alten Egoisten und Konformisten? Leiden wir mit oder glauben wir nur an das Mitleiden und bleiben unter dem Deckmantel der geglaubten “Sympathie” allemal die Apathischen?

Spiritualität, Umkehr, BP, Ölpest, Tony Hayward, Energiewende
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Klima und Umwelt, Spiritualität
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Echter Fortschritt

Peter | 23. Apr 2010

Der Ausbau erneuerbarer Energien wächst schneller als prognostiziert, schreibt Spiegel Online. Das ist doch mal eine gute Nachricht an einem sonnigen Wochenende!

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Der Gipfel der Enttäuschung?

Peter | 19. Dez 2009

Der Klimagipfel steht offenbar vor dem endgültigen Scheitern und man mag sich gar nicht ausmalen, was das für die Ärmsten der Welt bedeutet – geschweige denn für die Artenvielfalt, die Ausbreitung von Krankheitserregern und Parasiten, lokale Konflikte um Wasser, Flüchtlingsströme und was sonst noch alles als Folge eines globalen Temperaturanstiegs droht, besonders wenn bestimmte Schwellen überschritten und Kipp-Punkte erreicht werden.

Vielleicht ist es ja besser, wenn gar kein Ergebnis herauskommt, als eine maue Absichtserklärung, die die globale Rat- und Tatenlosigkeit nur vertuscht. Dann bleibt die Hoffnung, dass der Druck ausreicht, um bald einen neuen Anlauf zu nehmen.

Ich kann die Wut der Aktivisten verstehen auf den halbherzigen Einsatz vieler Politiker, auf unverbindliche Angebote und Sonntagsreden (auch unter der Woche) und vieles mehr. Sie erinnern mich an die Propheten des Alten Testaments, die den faulen Frieden und das kurzsichtige, größenwahnsinnige Handeln ihrer Könige beklagten, die verdeckten Motive ans Licht zerrten und auf die bitteren Folgen hinwiesen.

Klar kann jeder selbst kleine Schritte gehen und seinen persönlichen Beitrag leisten. Aber vielleicht bleibt uns darüber hinaus nicht viel anderes übrig, als die demonstrative Klage und Trauer im Namen der Opfer, die dieses Versagen fordern wird.

Kopenhagen
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Gebet für Kopenhagen

Peter | 04. Dez 2009

Der Gipfel rückt näher, nicht in allen Gemeinden ist das ein Thema. Sollte es aber doch wohl sein. Advent ist immer auch eine Zeit der Umkehr und Selbstprüfung, nicht nur des ausufernden Konsums.
Hier ein schönes, ausführliches Gebet von Brian McLaren zum Mitbeten – wer will, darf es auch gern besser machen:

Gebet, Klimawandel, Kopenhagen
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Keine Rechnung stimmt mehr…

Peter | 26. Nov 2009

Eben war ich bei der Grundsteinlegung unseres neuen Stadtteilhauses. Die großen Krisen unserer Zeit kamen alle vor: Würde heute über den Bau entschieden, gäbe es kein Geld mehr für das Projekt. Und der Architekt sagte zu meinem Erstaunen, in der Bauplanung rechne man damit, dass es keinen Winter gebe, der den Baufortschritt hemmt. Ob Kämmerer oder Bauleute: Keiner kalkuliert mehr wie früher.

DSC01888.JPG  

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Hundert Milliarden

Peter | 05. Nov 2009

müssten die Industrieländer (und dazu zählen, trotz Opel-Desaster, auch wir) bis 2020 ausgeben, um den Klimawandel zu begrenzen, sagt Lord Stern laut Zeit Online.

Hundert Milliarden, sagt heute dieselbe Zeitung, hat die Rettung der Hypo Real Estate verschlungen.

Haben wir sie eigentlich noch alle?

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Falsch gerechnet

Peter | 17. Sep 2009

Zum Beginn der IAA und zum Ende der Abwrackprämie heute der passende Kommentar aus einem Interview, das Zeit Online mit Wolfgang Lohrbeck von Greenpeace geführt hat. Status hin oder her – ich fahre nun guten Gewissens den alten (aber sauberen) Peugeot weiter, bis alle Kinder den Führerschein und genug Praxis haben. Und wirklich saubere Autos auf dem Markt sind.

Die Abwrackprämie war eine Katastrophe. Unter dem Strich hat sie keine CO2-Entlastung gebracht. Bei der Produktion eines Autos fällt so viel CO2 an, dass der Neuwagen nur zwei bis drei Liter verbrauchen dürfte, um im Schnitt sauberer als ein Gebrauchter zu sein. Das ist nicht der Fall. Und es geht ja auch nicht nur um CO2. Für die Produktion eines neuen Autos werden zum Beispiel mehrere 100.000 Liter Wasser verbraucht.

Autos, Abwrackprämie
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Klima und Umwelt, Konsumgesellschaft
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Nachdenklich ins Wochenende

Peter | 19. Jun 2009

Toleranz war und ist ja in den verschiedensten Zusammenhängen ein heißes Eisen. Ich bereite mich auf einen Abend heute in Pforzheim zu dem Thema vor und bin dabei über diesen Beitrag von Hilal Sezgin in der taz gestolpert, der das Verhältnis des Islam zur Homosexualität beleuchtet. Sezgin bezeichnet sich selbst als postmodern, feministisch und liberal. Auch wenn die Gedanken alle nicht neu sind, ist doch die Haltung angenehm unpolemisch und -dogmatisch. Wenn das Schule machen könnte, wären wir alle einen Schritt weiter.

Die Klimaprognosen verdüstern sich zusehends. Die Nachricht ging zwischen Iran, Air France und Autodämmerung fast unter. Die Implikationen dagegen sind gravierend. Zum Jahrhundertende drohen bis zu vier Grad höhere Durchschnittstemperaturen. Die Bundesregierung war indes merkwürdig still…

Ach ja, es gibt ein Jesus-Phone, und es kommt von Apple. Sagt die FAZ…

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Aus dem Netz gefischt, Klima und Umwelt
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Propheten des 21. Jahrhunderts

Peter | 30. Mrz 2009

Die Zeit interwiewt den Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber aus Potsdam. Manches davon liest sich wie ein Gespräch mit dem Propheten Jeremia, nur dass der Feind nicht die Babylonier sind. Denn er sieht, wie seine Zeitgenossen auf eine Katastrophe zusteuern (und sitzt selbst mit im Boot, zumal als Vater eines kleinen Jungen, der gut noch das Jahr 2100 erleben könnte). Er warnt und mahnt, aber das ist alles, was er tun kann. Er beobachtet, wie Menschen die Krise mit Symptomkosmetik behandeln wollen oder komplett ignorieren, wie (von den Mächtigen gut bezahlte) falsche Propheten die Leute beruhigen wollen und zusätzlich Verwirrung stiften. Er weiß, dass sich die Tür für einen Ausstieg aus der Klima-Apokalypse bald schließen wird, und mitten in dem allen hofft er fast schon verzweifelt immer noch selbst darauf, dass er sich täuscht – dass er irgend etwas übersehen hat und es doch nicht so schlimm kommt, wie er jetzt mit guten Grund annimmt.

Ich wollte hier eigentlich ein paar Zitate einfügen, aber es steckt derart viel Sprengstoff in diesem Text, den muss man ganz lesen und sich davon beunruhigen lassen. Der Titel “Manchmal könnte ich schreien” sagt eigentlich alles.

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Heilige Kühe, äh, Karren

Peter | 22. Jan 2009

Sind wir Deutschen bald die schlechteren Amerikaner? Die Bundesregierung scheint, von allen guten Geistern verlassen, ernsthaft zu erwägen, Spritfresser steuerlich zu begünstigen:

Internen Berechnungen der Bundesregierung zufolge (…) wären für eine Luxuslimousine vom Typ Audi A8 – mit 4,1-Liter-Maschine und einem Kohlendioxidausstoß von 249 Gramm je Kilometer – vom 1. Juli an nicht mehr 648 Euro Steuern fällig, sondern nur noch 558 Euro. Das Ziel der Steuerreform wäre damit ins Gegenteil verkehrt.

Unter den 10 größten automobilen Klimakillern rangieren die extravaganten Produkte deutscher Konzerne auf den Plätzen 1-3 und 7-10, aber weder Franzosen noch Japaner sind in dieser Liga zu finden. Gleichzeitig kommen neue, beunruhigende Daten von der Klimafront herein und die obskuren Legenden der Klimaverschwörung brechen in sich zusammen, aber vor lauter Sorge um unsere Autobauer nimmt das in Berlin kaum ein Regierender noch zur Kenntnis. Man fragt sich, wie viele Bundestagsabgeordnete einen A8 oder ähnliches fahren…

KF
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Zu kurz gedacht?

Peter | 25. Nov 2008

Ob man als Landwirtschaftsminister auch Milchmädchenrechnungen lernt? Unser SuperSeehofer setzt sich, wie heute zu lesen war, in einem Brief an die Kanzlerin dafür ein, den Klimaschutz zurückzustellen, um nur ja keine Arbeitsplätze in der Autoindustrie zu gefährden. Klimaschutz ja, aber bitte zum Nulltarif.

Die leidet jedoch nicht unter den Klimaschutzvorgaben, sondern unter der Kreditkrise. Aber die Folgekosten der Klimaveränderung übersteigen die Kosten der Wirtschaftskrise bei weitem. Nur sind sie noch nicht spürbar. In Zukunft werden auch wir Europäer weniger und kleinere Autos fahren. Und klar werden Arbeitsplätze dabei verloren gehen. Die Frage ist nur: wie viele – und wer kümmert sich heute darum, dass an anderer Stelle neue geschaffen werden?

Wenn jetzt die Regierung den Druck von den Autoherstellern nimmt, die zwar noch auf die bankrotten US-Autobauer herabsehen, selbst aber sträflich versäumt haben, den Spritverbrauch ihrer Flotte zu senken, dann werden am Ende Audi und BMW (um mal nur die Bayern zu nennen) wie die Monsterbauer aus Detroit auch nicht mehr zu retten sein. Denn wenn die mal weg sind, baut Deutschland die dicksten Schlitten…

Blog-Tipp zum Thema: Klima der Gerechtigkeit

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