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Gute Nachrichten für alle Eltern!

Peter | 23. Aug 2010

Die Wissenschaft hat festgestellt:

Wer als Kind Haushaltspflichten übernimmt, bleibt im späteren Leben bei guter seelischer Gesundheit. Deshalb sind häusliche Pflichten für Kinder unverzichtbar.

Martin Seligman unter Verweis auf eine (Langzeit-) Studie von George Vaillant unter Harvard-Absolventen. Hier ein kurzer Clip des Lebenslaufforschers zu seinem Projekt:

Haushaltspflichten, Erziehung, Gesundheit
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Männer, Frauen und Kinder
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Darwins Vorurteile

Peter | 27. Jul 2010

Ausgerechnet die erste Pastorin der Vereinigten Staaten hat sich konstruktiv-kritisch mit Darwins Thesen auseinandergesetzt, wie Michael Blume auf Chronologs schreibt. Antoinette Brown Blackwell (1825-1921). Die engagierte Kämpferin für die Rechte von Sklaven und Frauen war vom Gedanken der Evolution angetan, aber entsetzt von Darwins (Blume gibt eine ausführliche Kostprobe) “wissenschaftlicher” Begründung männlicher Dominanz und Überlegenheit.

In ihrer Kritik an der Einseitigkeit von Darwins Theorie, zum Beispiel der Rolle von Kampf und Wettbewerb, war sie ihrer Zeit weit voraus. Um so ärgerlicher, dass ihr wissenschaftlicher Beitrag bis heute weitgehend totgeschwiegen wurde. Ich finde, Michael Blumes Anstoß zur Wiederentdeckung einer großen Denkerin hat viele Leser verdient!

Darwin, Gleichberechtigung
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Männer, Frauen und Kinder, Theologie
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Glückliche Träumer

Peter | 18. Jun 2010

Die Lektüre von Martin Seligmans positiver Psychologie bringt immer wieder kleine Erleuchtungen hervor. Zum Beispiel verstehe ich endlich diese immer wiederkehrenden Episoden, wo ein Kind aus der Schule kommt und – erst auf Nachfrage natürlich – verlauten lässt, die Lateinschulaufgabe sei gut verlaufen und eine entsprechende Note sei zu erwarten. Etliche Tage später stellt sich dann – jedesmal völlig überraschend! – heraus, dass der Lehrer die Sache offenbar anders sah und mit einer deutlich schlechteren Zensur bewertete. Auf Nachfrage erfahren die irritierten Eltern dann, dass irgendwelche unvorhersehbaren Dinge eingetreten seien – eine weitere Aufgabe auf der Rückseite des Angabenblattes, die man partout nicht habe sehen können, unerwartete Fragen zu Themen, mit denen man nie und nimmer habe rechnen können und derlei mehr.

Von Seligman habe ich inzwischen gelernt: Pessimisten schätzen sich exakter ein als Optimisten. Optimisten neigen dazu, sich zu überschätzen. Der Vorfall zeigt mir also, dass mein Kind Optimist ist. Pessimisten suchen zudem den Fehler für etwaiges Scheitern bei sich selbst und halten die Ursache für unveränderlich. Die Antwort meines Kindes auf die Frage nach den Ursachen zeigt, dass es den Grund des Scheiterns in einmaligen Zufällen sieht, die rein gar nichts mit ihm zu tun haben. Es geht daher mit demselben Optimismus in die nächste Prüfung.

Bisher hielt ich als typisches Exemplar der Mittelschicht den Mangel an Realismus für bedenklich, sah mein Kind fast schon abgehängt im Bildungswettlauf. Jetzt weiß ich, dass das eine Stärke ist. Denn insgesamt sind optimistische Menschen (und ich weiß genau, von wem sie diese Disposition geerbt haben…) leistungsfähiger, freundlicher und glücklicher. So ein paar Vierer oder Fünfer, würde Karlsson vom Dach sagen, die stören doch keinen großen Geist.

Schule, Optimismus, Pessimismus, positive Psychologie
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Schlagkräftiger Glaube?

Peter | 06. Jun 2010

Die SZ berichtet über eine kriminologische Studie, die den Einfluss von Glaube und Religion auf das Verhalten Jugendlicher in den Blick nimmt. Bei muslimischen Jugendlichen steigt mit der Religiosität die Neigung zur Gewalt, während der Hang zum Alkohol bei gläubigen Muslimen beispielsweise stärker abnimmt als bei gleichaltrigen Christen. Bei christlichen Jugendlichen dagegen sinkt die Gewaltbereitschaft, je wichtiger ihnen der Glaube ist.

Allerdings sind nur männliche Muslime schneller mit den Fäusten. Die Autoren der Studie sehen den Zusammenhang mit der Religion eher als einen indirekten an, insofern die Familien wie auch die Imame aus einer Macho-Kultur mit reaktionärem Männerbild kommen und deren Werte hier reproduzieren – zumal sie sich in der Regel schlecht integriert fühlen. Das wiederum ist eine Aufgabe für uns Deutsche – besonders für Christen…

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Männerglück

Peter | 05. Jun 2010

“Wieso die Zeit mit dem Schreiben von unnötigen Geschäftsmails verplempern, wenn man diese einmalige Chance hat, ein Kind groß werden zu sehen?”

Ivo Knill von der Schweizer Männerzeitung im Interview mit Zeit Online über Männerrollen, gesellschaftliche Zwänge und lärmende Alpha-Affen

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Weisheit der Woche: Auf Nummer sicher

Peter | 23. Mai 2010

Der moderne Mensch, auf jeden Fall der Bundesbürger, ist ein anspruchsvoller Kunde. Nie ist er sich sicher, ob die Partnerbeziehung, die er gerade hat, wirklich schon die beste ist. Im Job gäbe es auch noch dies oder das zu erreichen, bevor man sich an den Wickeltisch fesselt. Und wer garantiert uns eigentlich, dass unser Wunschkind auch wirklich erste Qualität wird?

(…) Es gibt aber noch ein anderes Risiko, dem sich gerade jene aussetzen, die glauben, ohne Kinder auf Nummer sicher zu gehen: Ihnen droht das Leben zu entgehen, das sie leben könnten.

Zeit Online zu den Hintergründen sinkender Geburtenraten

Konsumgesellschaft, Anspruchsdenken
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Männer und Opfer, Frauen und Geist?

Peter | 06. Apr 2010

Ein interessanter religionssoziologischer Gedanke, den ich heute bei LeRon Shults in Christology and Science gefunden habe, bezieht sich auf die Unterscheidung zwischen der Orientierung am Opfer und dem Wirken des bzw. eines Geistes, die in verschiedenen Religionen koexistieren und weist auf eine Hypothese von Nancy Jay hin:

Opfersysteme stehen oft im Zusammenhang mit patrilinearen Praktiken, während Besessenheit – oder Erfülltsein mit einem Geist (oder dem Geist) – eine Erfahrung des Heiligen ist, die häufiger für Frauen offen ist und in manchen Kulturen explizit mit einer Anführerin in Verbindung gebracht wird. Das könnte zum Teil erklären, warum sie viele (vorwiegend männliche) Formulierungen der Sühne (Versöhnung mit Gott) der Funktion des Heiligen Geistes so wenig Beachtung geschenkt haben.

Geist, Versöhnung
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Männer, Frauen und Kinder, Theologie
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Kinder bringen Farbe ins Leben

Peter | 04. Feb 2010

Die meisten Eltern nehmen mit einem gewissen Stolz zur Kenntnis, wie ihre Kinder größer werden. Irgendwann ist der Tag erreicht, wo sie mit uns gleichziehen. Hände und Füße wachsen dabei noch einen Tick schneller als der Rest des Körpers. Der Geist kommt irgendwann nach, zunächst aber sind die Heranwachsenden doch erkennbar zerstreut. Beides zusammen hat bei mir dazu geführt, dass sämtliche Handschuhe verschwunden waren, weil sie den Jungs inzwischen passten, aber von ihren Reisen in die Schule oder zu Freunden nicht wieder zurückkehrten.

Neulich suchte ich also nach einem Ersatz für meine schwarzen Windstopper-Handschuhe. Zuerst dämmerte mir, dass sich teure Exemplare wohl nicht lohnen würden und bald das Schicksal ihrer Vorgänger teilen würden. Bei den billigen hatte ich dann die Wahl zwischen schwarz, braun und feuerrot. Ich entschied auf Rot in der Hoffnung, dass es für Teenager zu peinlich wäre, mit Nikolaushandschuhen herumzulaufen. Die Rechnung ging auf, niemand rührt meine Handschuhe an. Und sollte mal eine Ampel ausfallen, könnte ich mich mit den leuchtend roten Händen auch auf die Kreuzung stellen und den Verkehr regeln…

Kinder bringen eben Farbe ins Leben!

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Erlebt, Männer, Frauen und Kinder
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Inklusives “Du”

Peter | 29. Jan 2010

Richard Rohr schreibt in Ins Herz Geschrieben über die Schwierigkeiten eines maskulinen Gottesbildes und der Notwendigkeit, auch weibliche Begriffe für Gott zu finden. Vor allem aber geht es ihm darum, diese Ebene der Reflexion wieder hinter sich zu lassen:

Bei aller Widerspiegelung patriarchaler Weltsichten zeigen die Texte der Bibel vor allem ein erstaunliches Desinteresse daran, überhaupt von Gott in der dritten Person zu reden (ob nun er, sie oder es). Was die Bibel sehr viel mehr umtreibt ist die Entdeckung, in der zweiten Person, um “Du”, mit Gott zu sprechen. (…) Manchmal kann die Beschäftigung mit dem korrekten Pronomen (…) für Gott eine dringend notwendige Korrektur sein, manchmal bringt sie aber auch zum Ausdruck, dass gerade diese Ich-Du-Beziehung vermieden wird.

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Männer, Frauen und Kinder, Spiritualität
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Glaube und Kinderzahl

Peter | 24. Jan 2010

Die Zeit zur Beobachtung, dass ein Zusammenhang zwischen Geburtenrate und vitaler, also aktiv (!) gelebter Religiosität nachweisbar ist, während familienpolitische Maßnahmen weitgehend wirkungslos bleiben:

Wer den Glauben an die Familienpolitik verloren hat, aber zum Glauben an Gott nicht zurückkehren will, kann auch für eine massive Einwanderung plädieren und für eine rasche Aufnahme der Türkei in die EU.

Vielleicht hat die Differenz nicht nur mit dem Gehorsam gegenüber dem Gebot zur Fruchtbarkeit (oder gar dem Argwohn gegenüber Verhütung) zu tun – vielleicht funktioniert nämlich “seid fruchtbar!” ebenso wenig wie das zitierte “sei spontan!” – sondern mit einer Lebensperspektive der Hoffnung und der Überzeugung, dass Liebe nicht allein bleibt. Also weniger Gottes Forderung als vielmehr sein Vorbild?

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Wahrheit und Mythos

Peter | 09. Dez 2009

Selbst in den christlichen Medien erschienen in den letzten Jahren Beiträge mit Titeln wie “Tiefgang und Testosteron”. Mit einigen der Implikationen habe ich mich hier schon einmal beschäftigt, die Biologie aber links liegen lassen. Das können wir jetzt nachholen, aus gegebenem Anlass, denn mit angeblich biologischen Argumenten wird so manches pseudowissenschaftlich verklärt:

Dem männlichen Hormon werden alle möglichen Dinge zugeschrieben. Bestimmte Verhaltensweisen werden damit je nach Blickpunkt als “normal” oder katastrophal, aber leider unausweichlich beschrieben. In der Regel geht es um “Potenz” und Aggression, die mal als gesund, mal als problematisch eingeschätzt werden.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass eine Kastration bei Tieren (!) zu erkennbaren Veränderungen des Verhaltens führte. Mehr Testosteron, so der Umkehrschluss, lässt Männern nicht nur die Haare oben ausfallen und weiter unten an Kopf und Körper sprießen und fördert das Muskelwachstum, sondern es macht den Menschen auch kämpferischer oder egozentrischer. Nun haben Forscher ermittelt, dass das so gar nicht stimmt, berichtet die SZ. In einer Studie erhielten ein Teil der Probanden Testosteron, der Rest ein Scheinpräparat. Dann wurde ihr Verhalten während eines Planspiels beobachtet. Die Personen, die echtes Testosteron bekommen hatten, verhielten sich dabei im Schnitt sogar kooperativer und fairer. In den Artikel hießt es weiter:

Der Volksglaube scheint erstaunlich zu wirken, denn Probanden, die glaubten, Testosteron zu erhalten, verhielten sich durchweg unfairer – egal ob sie Hormone bekamen oder nicht. “Es scheint, dass nicht das Testosteron selbst zu Aggressivität verleitet, sondern der Mythos rund um das Hormon. In einer Gesellschaft, in der immer mehr Eigenschaften und Verhaltensweisen auf biologische Ursachen zurückgeführt und teils damit legitimiert werden, muss dies hellhörig machen”, sagt der britische Ökonom Michael Naef.

Hellhörig sollten wir tatsächlich werden, denn das sind doch gute Nachrichten für alle Männer und Frauen zugleich. Die Machos, selbsternannten Alphamännchen und Rabauken kann man zur Verantwortung ziehen für gemeinschaftsschädigendes Verhalten. Und Männer dürfen und sollten sich dagegen wehren, zum hirnlosen Spielball ihrer Hormone herabgewürdigt zu werden. Natürlich bleiben einige Unterschiede zwischen den Geschlechtern, aber das größere Problem scheinen die Mythen zu sein, die in den Köpfen stecken.

In der FAZ wartete Nils Minkmar gestern mit dieser treffenden Beobachtung auf:

Andrea Nahles wünschte sich auf dem SPD-Parteitag in Dresden einen neuen Stil in der Führung und sagte: „Basta und Testosteron hatten wir in den letzten Jahren genug!“ Und diesen sexistischen Quatsch zitieren alle zustimmend, obwohl der neue Vorsitzende, mit dem Nahles zusammenzuarbeiten hat, einen höheren Testosterongehalt im Blut haben dürfte als der dort verabschiedete, einfach weil er jünger ist. Doch außer dieser sachlichen Unrichtigkeit ist die symbolische Operation der Reduktion von individuellem, interesse- und ideologiegeleitetem Verhalten auf die Wirkung eines Hormons zwar typisch und geläufig, aber eigentlich ein echter Hammer. Man stelle sich den umgekehrten Fall vor: Eine siebzigjährige Frau wird verabschiedet, ein junger Mann möchte ihr ein kritisches Wort nachrufen und donnert ins Mikro, nun sei auch mal gut mit all dem Östrogen, dem Klatsch und den bösen Intrigen. Denn Aussagen über Frauen und ihr angebliches Wesen können dank der Arbeit des Feminismus einer starken und schlüssigen Kritik unterzogen werden, indes kann man über Männer und ihren Körper, seine evolutionsbiologische Determinierung eigentlich alles behaupten.

Er zerlegt dann noch einige andere beliebte Argumentations- und Denkmuster, die eigentlich als männerfeindlich gelten müssten, wenn wir nicht so daran gewöhnt wären, sie hinzunehmen. Und es manchmal auch ganz gern tun, wie er am Ende bissig andeutet:

Unterdessen aber ist auf jedem Schulhof und in jeder Mütterrunde die Rede von den typischen Jungsmarotten zu vernehmen, ebenso wie das natürliche Wesen des Mannes in jede Talksendung und jeden Artikel einfließt. Diese Widerspruchslosigkeit ist schon erstaunlich, obwohl sie leider auch unabweisbare Vorteile hat. Viele Männer finden das eigentlich recht bequem: Wenn es anstrengend wird im modernen Leben, kann man immer noch so tun, als drückte das Erbe des Urmenschen so schwer aufs Hirn, als befehle das viele Testosteron derart streng, heute gerade mal wieder, dass man sich kurzfristig in Mario Barth verwandelt habe, dann sinken die Anforderungen schlagartig.

Verhaltensforschung, Sexismus, Testosteron, Biologie
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Hinderliche Rollenbilder

Peter | 19. Okt 2009

Wer den Hunger in der Welt bekämpfen will, muss die Rechte von Frauen stärken, sagt der Welthungerindex 2009. Bärbel Dieckmann befürchtet, dass die “Gender-Müdigkeit” in den einflussreichen Ländern des postfeministischen Nordens dafür sorgt, dass dieser Zusammenhang nicht ausreichend wahr- und ernst genommen wird und als Politikziel ausfällt. Dabei lässt sich nachweisen:

Dort, wo sichergestellt ist, dass Mütter zumindest einen Grundschulabschluss erreichen, sinkt der Anteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze um 33,7 Prozent beziehungsweise um 23,2 Prozent.

Bildung, Hunger, Welthungerindex
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Bilderbuch-Väter

Peter | 19. Apr 2009

Nächstes Wochenende hat mein Sohn das entscheidende Fußballspiel der Saison und ich hoffe, dass ich dabei sein kann. Es ist allerdings das erste Spiel, zu dem ich in diesem Jahr mitkomme. Und als ich daran dachte, fielen mir wieder etliche gehörte Reden und Predigten ein, in denen irgendwer bekannte, nie einen Sportwettkampf, Vorspiel oder Theaterauftritt des eigenen Nachwuchses verpasst zu haben.

Ich muss hier und heute bekennen: Ich habe das nicht geschafft und wüsste auch gar nicht, wie das gehen soll. Ich schaffe es oft nicht einmal, zu den Elternabenden zu gehen (Sprechstunden schon eher), weil meine Abendtermine schon drei Wochen oder länger vorher feststehen und die meisten Schuldirektoren der Meinung sind, man brauche solche Anlässe nur zehn Tage vorher anzukündigen (drei weitere Tage tragen die Kinder das Rundschreiben dann noch in der Büchertasche spazieren…) und alle Eltern stehen jubelnd auf der Matte, weil sie sich abends eh nur langweilen.

Ab und zu beschleichen mich aber auch Zweifel an der Wahrhaftigkeit dieser Aussagen über “immer” und “nie”. Haben diese Väter eigentlich mehr als ein Kind? Bei zwei aktiven Fußballern mit je ein bis zwei Spielen pro Woche hat man ohnehin nur die Wahl, welches Spiel man sieht, zumal das auch noch mit einer halben bis ganzen Stunde Anreise verbunden sein kann. Vier bis fünf Stunden sind da schon mal weg. Pro Kind. Pro Wochenende. Wie machen die das?

Wie auch immer – auch wenn ich kein Soccer Dad bin, nächste Woche gehe ich mit und mache, was alle “guten” Fußballeltern machen: Krach für die eigene Mannschaft, die Eltern der anderen Seite provozieren oder mich über sie aufregen, dem Schiedsrichter für einer möglichen Niederlage verantwortlich machen und für den hoffentlich überlegenen Sieg ein Eis ausgeben.

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Bloß keine Hilfe, bitte…?

Peter | 17. Mrz 2009

Zur aktuellen Diskussion, ob Tim K. aus Winnenden in psychiatrischer Behandlung war, merkt Barbara Vorsamer in der SZ heute an, dass es für Männer immer noch ein Tabu ist, sich bei psychischen Problemen helfen zu lassen. Landen aus lauter Angst vor der “Klapse” viele dann im Knast?

… es ist sicher kein Zufall, dass die Mehrheit der Patienten in psychologischer Behandlung Frauen sind – die Insassen eines Gefängnisses jedoch mehrheitlich männlich. Aktuellen Studien zufolge sind nur bis zu fünf Prozent der Insassen weiblich.

… Es ist Zeit, sich von der Vorstellung zu lösen, psychisch Kranke seien nicht krank, sondern willens- und geistesschwach. Es ist Zeit, Psychotherapie so normal zu finden wie Operationen und Antibiotika. Dann können sich vielleicht auch irgendwann Jugendliche, die das Leben nicht mehr aushalten, helfen lassen – bevor sie zur Waffe greifen.

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Tauwetter im Westen

Peter | 12. Jan 2009

Melissa Etheridges Musik habe ich immer gern gehört. Aber auch ihr Engagement für Frauen und Homosexuelle ist weithin bekannt. Nun habe ich auf Brian McLarens Blog diesen Link zu einem Bericht gefunden, wo sie eine Begegnung mit Rick Warren beschreibt, der ja durch seine Mitwirkung an Barack Obamas Amtseinführung nächste Woche für Schlagzeilen gesorgt hat. Hier beschreibt sie, was ihre Befürchtungen waren, als sie zum ersten Mal von Warren hörte:

This Pastor Rick must surely be one hate spouting, money grabbing, bad hair televangelist like all the others. He probably has his own gay little secret bathroom stall somewhere, you know. One more hater working up his congregation to hate the gays, comparing us to pedophiles and those who commit incest, blah blah blah. Same ‘ole thing.

Dann erfuhr sie, dass sie auf der Veranstaltung (einer islamischen Organisation!) auftreten sollte und Rick Warren der Gastredner war. Sie entschloss sich, ihn anzurufen. Es stellte sich heraus, dass er fast alles ihre CDs hatte. Viel wichtiger aber war dies:

He said he regretted his choice of words in his video message to his congregation about proposition 8 when he mentioned pedophiles and those who commit incest. He said that in no way, is that how he thought about gays. He invited me to his church, I invited him to my home to meet my wife and kids. He told me of his wife’s struggle with breast cancer just a year before mine. When we met later that night, he entered the room with open arms and an open heart. We agreed to build bridges to the future.

Eine Entschuldigung zur rechten Zeit – und Melissa Etheridge schließt mit einem Appell, den man sich von allen gesellschaftlichen Gruppen nur wünschen kann:

Sure, there are plenty of hateful people who will always hold on to their bigotry like a child to a blanket. But there are also good people out there, Christian and otherwise that are beginning to listen. They don’t hate us, they fear change. Maybe in our anger, as we consider marches and boycotts, perhaps we can consider stretching out our hands. Maybe instead of marching on his church, we can show up en mass and volunteer for one of the many organizations affiliated with his church that work for HIV/AIDS causes all around the world.

Maybe if they get to know us, they wont fear us. I know, call me a dreamer, but I feel a new era is upon us.

Homosexualität, Melissa Etheridge, Rick Warren
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Kirche und Zukunft, Männer, Frauen und Kinder
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