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Traumjob, Traumhaus und was man sonst so braucht

Peter | 25. Okt 2011

Der Arbeitspsychologe Tim Hagemann hat vor einer Weile im Interview mit Zeit Online erklärt, dass in unserer Gesellschaft der Beruf für das Selbstwertgefühl zum maßgeblichen Faktor geworden ist:

Unsere Leistungsgesellschaft definiert ein glückliches Leben als eines, in dem ein erfüllender Job Wohlstand und Ansehen einbringt, zugleich braucht es noch einen Traumpartner, eine Traumwohnung, Traumkinder und einen Traumfreundeskreis. Menschen, die sich diesem gängigen Idealbild verweigern, müssen ein großes Selbstwertgefühl haben.

Wer die anerkannten Karrierepfade verlässt, gilt als “gescheitert” und muss mit einem gehörigen Ansehensverlust rechnen. Anerkennung für alternative Lebensentwürfe gibt es (in Deutschland wenigstens) kaum. Man fragt hier eben: Was sind sie von Beruf?

Auf die Frage, ob der Verlust von Religion und Spiritualität da eine Rolle spielt, sagt Hagemann nur, die Kirche habe ihre Deutungshoheit im Blick auf den Sinn des Lebens verloren. Die andere Seite dieser Entwicklung ist ja die, dass (katholische Priester mal ausgenommen) in den großen kirchlichen Institutionen sich ziemlich analoge Karrierepfade herausgebildet haben wie in Verwaltung und Industrie, und dass im konservativen bürgerlichen Milieu, wo die Kirchen noch den stärksten Rückhalt haben, dieselben Maximen gepredigt werden: Sieh zu, dass Du einen guten Beruf lernst und einen sicheren Arbeitsplatz bekommst. Zu viel Idealismus ist da nur gefährlich.

Die Frage, der man weiter nachgehen müsste, wäre also: welche Spiritualität ist verloren gegangen – nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Kirche? Was hält Menschen davon ab, ihr Selbstwertgefühl nicht mehr an die Arbeit zu binden? Wie können Gemeinden ein Umfeld schaffen, in dem jeder in aller Freiheit erkunden und austesten kann, wie er sich freischwimmt von dem Zwang, die eigene Identität im Rennen um die besten Plätze auf der Karriereleiter und nach den gefragten Konsumartikeln sichern zu müssen?

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Berge, Ozeane und ein paar dringende Fragen

Peter | 27. Sep 2011

Vor einer Weile war ich auf einem Kongress in der Schweiz. Unter anderem spielte dort eine Band aktuelle Lobpreislieder. Gleich mehrfach sangen wir einen Song (auf Englisch), der sich mit dem gewaltigen Ozean, dem Wind und den Wellen befasste. Die meisten Menschen sprechen auf diese Sprachbilder im Stil von Fotos aus National Geographic ja ganz gut an.

Was mich trotzdem wunderte, war die Präferenz für das Ozeanische mitten im alpinen Binnenland. Ich würde im Zweifelsfall lieber von Berge singen als vom Meer. Oder idealerweise gleich über die Berge und die See? Das Lied, mit dem die Aufmerksamkeit der Gruppe auf Gott gelenkt werden sollte, zeichnet ein exotisches Bild. Und zwar im präzisen Wortsinn – “exo-” steht für “draußen”.

“Geistliche” Ästhetik in ihrer Orientierung am Fremden und Exotischen greift natürlich auf parallele Phänomene der Gegenwartskultur (die Fototapete mit Tropenmotiv oder den Bildschirmhintergrund) zurück. Darin aber schlummert ein eskapistisches Moment: Wir lokalisieren Gott so nämlich in der Ferne. Das mag nun positiv verstanden ein Symbol für Sehnsucht und Weite sein. Gleichzeitig suggeriert die Symbolik aber, dass Gott nicht im Nahen und Gewöhnlichen, sondern im Fremden und Besonderen, Exotischen anzutreffen ist.

Und das lesen wir dann wieder hinein in biblische Texte. Dabei begegnen die großen Gestalten des Glaubens Gott nicht an exotischen Plätzen (der Sinai mag das für heutige Touristen sein – Mose war in Exodus 3,1ff dort bei der Arbeit!). Paul Gerhard hatte in “Geh aus mein Herz” ähnlich wie die Psalmisten auf einheimische Motive gesetzt. Klar, kann man jetzt einwenden, die Leute kannten auch nichts anderes. Mag sein. Zugleich lieferten die Psalmen und Gerhards Choräle denen, die sie singen, aber auch eine Sprache und Symbolik, mit der man das Alltägliche aus dem Glauben heraus erschließt.

Ich erinnere mich, dass wir einmal einen Gottesdienst hatten, wo wir im Hintergrund des Präsentationsprogramms für die Liedertexte Motive aus Erlangen einblendeten: Gebäude, Straßenzüge, Menschen. Hinterher gab es gleich mehrere Beschwerden, das würde ablenken und die erwünschte Andacht stören. Was hat ein Siemens-Bürohaus schon mit Gott zu tun?

Anders gesagt: Wer es ernst meint mit Glaube am Montag, der sollte sich nach Liedern, Symbolen und Metaphern umsehen, die Gott nicht nur im “jetzt”, sondern eben auch ganz ausdrücklich im “hier” lokalisieren. Man kann sich zum Thema “Inkarnation” buchstäblich totpredigen, wenn das aber durch das Liedgut und die Dekoration so nachhaltig konterkariert wird, wird nichts davon hängenbleiben.

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Muss man verrückt sein, um Karriere zu machen?

Peter | 02. Nov 2009

Mein ICE nach Kassel war verspätet, weil der Triebkopf gestört war. Ich wunderte mich noch, wie nahe sich heute psychologische und technische Termini kommen, wenn sie die Tücken komplexer Systeme beschreiben. Dann geht die Reise weiter, und ich lese ein Kapitel über psychiatrische Metaphern in wirtschaftlichen Prozessen (Fritz B. Simon in: Die andere Intelligenz. Wie wir morgen denken werden). Dort steht::

Manisch oder submanisch zu sein ist die beste Voraussetzung, um in unseren Wirtschaftssystem Karriere zu machen. 19-Stunde-Tage sind angesichts des reduzierten Schafbedürfnisses kein Problem, und großartige Zukunftsentwürfe und Visionen zu produzieren, gehört zur Symptomatik. Viele erfolgreiche Menschen gestehen ohne Umschweife ein, dass sie ihre Karriere ihren manischen oder submanischen Phasen verdanken

Auf Zeit Online hat Michael Gottschalk letzte Woche übrigens schon darauf verwiesen, dass der Typ “charismatische Führungspersönlichkeit” derzeit aus der Mode kommt und den Anteil von Führungskräften aus den klassischen Managementschulen – wo der Mythos des großen Menschen und Star-Managers gepflegt wurde – rückläufig ist. Im Licht von Simons Feststellung ist das auf jeden Fall ein gutes Zeichen.

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Spruch des Tages (12)

Peter | 23. Mai 2009

Jeder sollte sich klar machen, dass seine Karriere nicht nur von seiner Leistung abhängt. Vielmehr werden 60 Prozent von der Bekanntheit im Unternehmen beeinflusst, 30 Prozent vom Auftreten, und nur zehn Prozent von der tatsächlichen Arbeit.

Karriereberaterin Carmen Schön in der SZ online

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Alle wollen Schwarz-Grün

Peter | 25. Feb 2008

Das wäre ja wirklich mal was Neues. Ich bin auch dafür: Es würde beiden Parteien mal zumuten, die üblichen Fronten und Grabenkriege radikal in Frage zu stellen.

Vielleicht entsteht dabei ja auch wieder ein kreativer Spielraum für Politik jenseits der ausgetretenen Pfade? Und eine rot-rote Opposition stelle ich mir auch interessant vor, die muss sich auch Neues einfallen lassen, um die Regierungskoalition zu spalten.

Ganz nebenbei war es der Tag der Unentschieden – in der Bundesliga wie bei der Wahl.

Technorati Tags: Hamburg, Wahl

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Turn or burn out?

Peter | 05. Feb 2008

Gestern wurde eine Studie der EU bekannt, die den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden beleuchtet, der durch (immer noch wachsenden) Stress am Arbeitsplatz verursacht wird. Die Ergebnisse geben zu denken, decken sich aber mit meinen Beobachtungen:

  • 22% der Arbeitnehmer sind betroffen
  • 60% aller (!) Ausfälle sind stressbedingt
  • Die Kosten hat man schon vor fünf Jahren auf 20 Milliarden Euro in den (damals 15) Ländern der EU geschätzt, sie liegen heute sicher nicht niedriger

Die Ursachen von Stress sind dabei unsichere Arbeitsverhältnisse, hoher Termindruck, lange Arbeitszeiten, Mobbing sowie die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Alte Bekannte also. Und Indizien dafür, dass wir – wie so oft – meist dem kurzfristigen Gewinn den Vorzug geben ohne dabei an die langfristigen Folgen zu denken.

Technorati Tags: Krankheit, Stress

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Gut beraten ins neue Jahr

Peter | 01. Jan 2008

Martina hat ihre eigene Website. Streng genommen existiert diese schon seit einem Vierteljahr, aber nun stimmt der “Content” und ist von ihr autorisiert worden, so dass alle Welt nun hineinklicken kann.

Seit rund 18 Monaten lässt sie sich in Hannover bei Progressio zum Coach ausbilden und berät fleißig Menschen. Im Mai ist sie dann fertig. Andere zu ermutigend zu begleiten war schon immer eine große Stärke, die Martina in verschiedenen Lebenssituationen entwickelt und inzwischen systematisch ausgebaut hat. Nun kann man sich über ihr Angebot online informieren und sie bei Gelegenheit weiter empfehlen!

Technorati Tags: Coaching, Martina

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Teure Überstunden

Peter | 16. Mai 2007

Gestern sprach der Pastor einer internationalen Gemeinde darüber, dass seine Leute in letzter Zeit wegen der guten Auftragslage ihrer Unternehmen immer mehr Überstunden machen (müssen?) und außerhalb der Arbeit zu fast nichts mehr Zeit haben. Wir haben uns damit getröstet, dass wenigstens bei gut ausgebildeten Leuten bald kaum noch einer um seinen Arbeitsplatz fürchten muss und die Chefs weniger Möglichkeiten für mehr oder weniger subtile Erpressungsversuche haben.

Heute dann las ich in der SZ, dass Überstunden die Gesundheit (und damit auch die langfristige Leistungsfähigkeit) der Mitarbeiter deutlich strapazieren. Aber auch für Leute wie mich, denen kein Chef im Nacken sitzt, haben die Experten von der Gesellschaft für Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie ein paar wichtige Hinweise:

Ein unregelmäßiger Arbeitsrhythmus führt zu gesundheitlichen Beschwerden. Das gilt umso mehr, wenn er nicht selbst gewählt ist, sondern von außen vorgegeben wird. Wenn die Arbeitszeiten nicht mit dem sozialen Rhythmus übereinstimmen, werden sie vollends zur Belastung.

Bei flexiblen Arbeitszeiten ist es wichtig, heißt es dort, dass man auf Dauer nicht am Schlaf spart, regelmäßig Pausen macht und die freie Zeit auch wirklich zu sozialen Aktivitäten nutzt. Denn wer zu lange zu viel arbeitet, erholt sich auch nicht so schnell wieder. Ich geh’ jetzt erst mal eine Runde joggen…

Technorati Tags: Arbeit, Pausen, Überstunden, Rhythmus, Zeit

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Billig-Job…

Peter | 18. Jan 2007

Der Verlag hat die Preisbindung für Mit Gott im Job aufgehoben – statt 12,90 kostet das Buch nun 5,95 €. Wer es haben oder verschenken will, kann und sollte jetzt zugreifen. Der Titel läuft nämlich aus. Wer es selbst abholt, kann seine Bestellung in den nächsten Tagen auch bei mir abgeben und ich lasse eine Kiste kommen – sagen wir 5 € das Stück?

Für die Thematik (keine bunten Bilder und tröstenden Worte, eher ein Männer- und damit Nichtleser-Thema), sagte der Verlag, hat es sich ganz gut verkauft. Wer eine Entscheidungshilfe braucht: Thomas Glörfeld hat es bei Amazon rezensiert.

Technorati Tags: Arbeit, Bücher, Glaube, Nachfolge

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Psalm 23 für Workaholics

Peter | 12. Jan 2007

The Lord is my Supervisor, I shall not rest.
He makes me cut down the green pastures;
He leads me to jog alongside rapid waters;
He wears out my soul.
He leads me to conferences for my schedule’s sake.
Even though I walk through the valley of relaxation,
I fear no chance of rest;
for my feelings of guilt, they haunt me;
they whip and they drive me.
You, Lord, prepare a worktable before me
in the presence of my colleagues.
You have filled my mind with worry;
my work load overflows.
Surely busyness and pressure shall follow me
all the days of my life;
and I will run to and fro
in the house of the Lord forever.

gefunden bei Simply Simon

Technorati Tags: Führungskräfte, Workaholic

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Fremde Zeichen

Peter | 04. Jan 2007

Ich verstehe zwar kein Schriftzeichen (geschweige denn Wort) davon, aber “Mit Gott im Job” ist nun auf Koreanisch veröffentlicht und sieht zumindest optisch gelungen aus. Hier ein Blick auf das Cover, das hätte sich auch in Deutschland gut gemacht:

 Technote Board Clp Upimg 1146710261

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Führungskräfte

Peter | 08. Nov 2006

Neulich habe ich mich mit einem Manager unterhalten. Er berichtete, dass er mitbekommen hatte, wie ein an Aufstieg (oder war es Position?) interessierter Mitarbeiter, der sich unbeobachtet wähnte, eine Mitarbeiterin völlig unnötig herablassend und barsch behandelt hatte. In seinen Augen war der Mann für Führungsaufgaben damit disqualifiziert.

Die Klarheit, in der er das formulierte, fand ich bemerkenswert. Wer würde nicht gern in einem Unternehmen arbeiten, wo die “Chefs” aus Prinzip (und nicht nur wenn es ihnen nützt) höflich und freundlich sind? Und wie wäre es, wenn wir diesbezüglich unsere Maßstäbe in christlichen Gemeinden da auch etwas nachjustieren, ohne dabei süßlich und gekünstelt zu werden?

Klar, in einer Familie redet man auch mal unverblümt, aber es muss ja nicht verletzend sein. Aber wie die Familie wäre auch eine Gemeinde ein tolles Übungsfeld für Dinge, die man überall im Leben gut brauchen kann.

Technorati Tags: Arbeit, Führungskräfte, Umgangsformen

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ora et labora

Peter | 23. Sep 2006

Unsere Tradition der Freiheit hängt eng mit der Grundidee des benediktinischen Mönchtums zusammen. Auf die kürzeste Formel gebracht, lautet sie “ora et labora!” und zielt auf eine doppelte Freiheit ab: Aus dem Gebet, also der Beziehung zu Gott, schöpfen wir die Kraft, den Verlockungen der wechselnden Heilsversprechen von politischen Ideologien oder utopischen Verheißungen zu widerstehen – das Gebet steht also für die geistige Unabhängigkeit. Und die Arbeit sichert jedem Kloster die finanzielle Unabhängigkeit eines eigenständigen Wirtschaftsbetriebs – sie bewahrt unsere Gemeinschaften davor, sich dem Willen einflussreicher “Sponsoren” beugen zu müssen. Für mich ist diese Aufforderung zu Arbeit und Gebet deshalb eine Freiheitsdevise von zeitloser Gültigkeit.

Abtprimas Notker Wolf, “Worauf warten wir? Ketzerische Gedanken zu Deutschland”, S. 47f.

Technorati Tags: Arbeit, Gebet, Kloster, Mönchtum, Freiheit, Spiritualität

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Runterschalten

Peter | 10. Sep 2006

Immer mehr Briten leben, so der Weltspiegel, nach dem Motto “weniger ist mehr”. Das Stichwort heißt Downshifting. Karrieredruck und Konsum werden heruntergefahren, Sinn und Freiheit durch einen einfachen Lebensstil wieder hochgehalten:

Studien zufolge denken 40 Prozent aller Angestellten unter 35 Jahren über den Ausstieg nach. Bis 2007 sollen etwa 3,7 Millionen Briten “downshiften”.

Spannend: Wenn das tatsächlich so viele Leute in die Tat umsetzen würden, dann könnte das ganz schöne Auswirkungen haben. Das Video dazu gibt es hier.

Technorati Tags: Karriere, Lifestyle

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Job-Exerzitien

Peter | 21. Mrz 2006

Eben habe ich entdeckt, dass jemand aus der Schönstatt-Bewegung Exerzitien zum Thema “Mit Gott im Job” anbietet und ich auf der Website dazu sogar zitiert werde – neben Anselm Grün!

Wie das wohl so abläuft? Vielleicht sollte ich mal hinfahren – würde mir derzeit auch gut tun, aber es war leider schon Ende Januar.

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