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Angst

Peter | 12. Jan 2012

Zwischen den Jahren habe ich “Angst” von Robert Harris gelesen, einen temporeichen Thriller über Alex Hoffmann, den Entwickler eines computergestützten Hedgefonds, in dessen Milliardärsvilla am Ufer des Genfer Sees sich merkwürdige Dinge ereignen. Als Hoffmann versucht, herauszufinden, wer genau sein Leben(swerk) da zerstören will oder ob er sich alles nur einbildet, gerät er in einen Kampf auf Leben und Tod.

Mehr zum Plot kann man nicht verraten, ohne schon zu viel gesagt zu haben. Harris hat sich von Fachleuten beraten lassen, und ich hatte gehofft, dass das Buch noch etwas mehr Enthüllungscharakter im Blick auf die Finanzindustrie an den Tag legen würde, aber dann dominiert doch die Lust am Aufbau einer Kulisse, die bei längerem Nachdenken nicht hundertprozentig überzeugt.

Zum Glück! Was bleibt, ist das beunruhigende Gefühl, dass das ganze System extrem anfällig ist und auch ohne Ereignisse, wie sie Harris hier mit blühender Phantasie schildert, Entwicklungen jederzeit so schnell aus dem Ruder laufen könnten, dass der Schaden gewaltig wäre.

Fazit: Spannende Unterhaltung, trotz immer wieder eingestreuter Bildungsschnipsel aus wissenschaftlichen Werken von Charles Darwin und anderen aber nur begrenzt lehrreich – und im Blick auf die aktuelle Krise eher der Versuch, von den herrschenden Sorgen zu profitieren, als konstruktiv darauf zu antworten.

Finanzkrise, Hedgefonds
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Transatlantischer Austausch

Peter | 07. Jan 2012

Gestern habe ich das Vergnügen, ein paar Takte mit Alan Roxburgh zu sprechen. Sein Buch Missional Leadership ist übrigens inzwischen auf Deutsch erschienen, ein weiteres folgt im März.

Wer in der Zwischenzeit Lust auf ein paar anregende Vorträge von Alan hat, kann die Referate von der IGW-Konferenz 2011 in Rotkreuz/CH als Podcasts hören – sie stehen hier im Netz und die gelungenen (fast hätte ich gesagt: roxfrechen) Visualisierungen von Cla Geiser gleich mit.

Ich jedenfalls möchte 2012 an dem Thema “Missionale Gemeinde” dran bleiben. Neben guten Büchern brauchen wir Gesprächsforen (besser noch: Lern- und Reflexionsgruppen) und gut strukturierte, sinnvoll begleitete Veränderungsprozesse für Gemeinden und Verantwortliche. Das Interesse wächst, aber die eher punktuellen Angebote halten noch nicht mit.

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Verstellter Blick

Peter | 12. Dez 2011

Die folgenden Zeilen habe ich am Wochenende in Rilkes Stundenbuch gelesen, sie haben mich noch eine Weile beschäftigt. Zum Nachdenken in dieser ja oft als “besinnlich” bezeichneten Zeit:

Wir bauen Bilder vor Dir auf wie Wände  

So dass schon tausend Mauern um dich stehen

Denn dich verhüllen unsre frommen Hände

sooft dich unsre Herzen offen sehn

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Formuliert wie geschmiert

Peter | 09. Nov 2011

Die NN berichten in der Druckausgabe von heute über einem Fettfilm auf den U-Bahn-Schienen, der den Nehverkehr behindert hat – verlängerte Bremswege und höhere Fahrzeiten waren die Folge. Bis zum Betriebsschluss am Vortag, so der Artikel weiter, sei der Verkehr noch “reibungslos” gelaufen.

Der Bericht in der Online-Ausgabe verzichtet auf die rutschige Metapher :)

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Spätrömische Dekadenz

Peter | 08. Nov 2011

Den ausschweifenden Lebensstil der Römer für den Untergang ihres Imperiums verantwortlich zu machen war lange Zeit in Mode bei Historikern und Moralisten, zuletzt noch bei einzelnen Politikern, die wohl fürchteten, dass ein Mindestlohn in Deutschland ähnlich hedonistische Verfallserscheinungen auslösen könnte und dafür mit solchen Thesen satt unter die Mindestlohngrenze der politischen Zustimmung von 5% gerieten.

Aber die Erklärung war in dieser Form schon immer falsch, schreibt Rodney Stark in The Rise of Christianity. Man habe viel zu lange eine eigentlich bekannte Tatsache unterschätzt. Mehrere Epidemien hätten die Population so stark dezimiert, dass immer mehr “Barbaren” ins Reich geholt wurden, um die brachliegenden Fläche zu bewirtschaften oder das Militär zu verstärken. Viren, nicht Dekadenz schwächten das Reich bis irgendwann die hereindrängenden Germanenstämme leichtes Spiel hatten.

Alle Hedonisten dürfen also aufatmen – falls sie sich je den Kopf über solche Fragen zerbrochen haben, was doch eher unwahrscheinlich ist. Und die Schluss-mit-Lustig-Fraktion muss sich neue Argumente suchen. Sie könnte die Individualethik zurückstellen und sich auf den Klimawandel verlegen. Da droht ein sehr konkreter Untergang, der sich auch sehr konkret als Folge eines bestimmten Verhaltens darstellen lässt und der Verletzung bestimmter Grenzen.

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Bewegende Worte

Peter | 04. Nov 2011

hat Mona Simpson, Steve Jobs leibliche Schwester, für ihren Bruder gefunden. Wer sie noch nicht gelesen hat, findet ihr Ansprache hier. Es ist eine sehr intime und sehr menschliche Perspektive und man spürt, wie sehr sie ihrem Bruder zugetan war.

Unter den schwierigen Bedingungen ist das ja gar nicht selbstverständlich, um so schöner, dass es so war.

Steve Jobs
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Kreuzzug-Lektüre: kurzes Fazit

Peter | 27. Okt 2011

Es ist unmöglich, Rodney Starks Buch über die Kreuzzüge hier inhaltlich zusammenzufassen. Die Darstellung stützt sich durchgehend auf neuere historische Untersuchungen, um viele der gängigen Klischees über dieses Kapitel mittelalterlicher Geschichte in Frage zu stellen. Die Originalquellen führt er selten an, aber das tun eben auch jene nicht (oder nur sehr selektiv), die in den letzten Jahrzehnten ein vermutlich einseitig negatives Bild gezeichnet hatten.

Ein paar dieser Korrekturen sind bei mir hängengeblieben:

Der Kontrast zwischen der blutigen Eroberung Jerusalems beim ersten Kreuzzug und dem scheinbar so viel zivilisierteren Abzug gegen Lösegeld, den Saladin den Kreuzfahrern ein paar Generationen später anbot, führt Stark überzeugend auf die damals geltenden Kriegsregel zurück, dass man die Einwohner einer belagerten Stadt mit dem Leben davonkommen lässt, wenn sie den Angreifern einen verlustreichen Sturmangriff auf die Befestigungen ersparen. Saladin konnte, wie andere Beispiele zeigen (und islamische Quellen belegen), durchaus sehr grausam verfahren, wenn er eine Festung einnahm. Die gleiche Regel galt auch bei Konflikten zwischen zwei christlichen Kriegsparteien.

Die oft herausgestellte Überlegenheit der arabischen Kultur (Philosophie, Medizin, Mathematik, Architektur, Schiffbau und Navigation) beruhte in weiten Teilen auf den geistigen Leistungen der Dhimmis, also unterworfener Juden und Christen. Oft täuscht ein arabischer Name darüber hinweg, dass der betreffende Gelehrte byzantinischer oder nestorianischer Christ, beziehungsweise Zoroastrier oder Jude war. Zugleich erklärt dies auch den Niedergang der Gelehrsamkeit in dem Maße, wie die Dhimmis allmählich zum Islam konvertierten. Während nämlich die Griechen aristotelische Philosophie als eine Möglichkeit unter vielen und als Ansporn zur Suche nach besseren Argumenten verstanden, wurde er im arabischen Sprachraum später kanonisiert und alle Diskussion abgewürgt. Die “arabischen” Zahlen wiederum wurden eigentlich bei den Hindus erfunden und von dort “importiert”, sie stammen also ursprünglich aus Indien.

Der vierte Kreuzzug, der mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels endete, wird immer wieder als venezianische Verschwörung gegen den Konkurrenten als Handels- und Seemacht im Mittelmeer bezeichnet. Abgesehen davon, dass die Plünderung deutlich weniger Opfer gefordert haben dürfte, als oft behauptet, legt Starks Darstellung auch eine andere Perspektive nahe: Die Byzantiner hatten nicht nur ständige Intrigen im Inneren angezettelt, die das Reich schwächten, sie hatten auch die Kreuzfahrer während der ersten drei Kreuzzüge immer wieder verraten und ihnen damit schwerste Verluste beigebracht. Mit den Venezianern war zwar die Begleichung der immensen Transportkosten durch die Rückeroberung von Zara durch die Kreuzfahrer vereinbart. Die Wendung gegen Byzanz trat ein, nachdem sie die Stadt für den Prinzen Alexios Angelos eingenommen hatten, dieser aber seine Zusagen (die astronomische Summe von 200.000 Silbermark und 10.000 Soldaten zur Eroberung Ägyptens, das die Kreuzfahrerstaaten ständig bedrohte) nicht einhielt. Stark ist mit dem französischen Historiker Jean Richard der Ansicht, dass neben dem Zorn über den Wortbruch vor allem auch die sehr schwierige Versorgungslage der Kreuzfahrer einen Angriff nahelegte und dass bei der Eroberung nur ein relativ kleiner Teil der Einwohner umkamen – da hatten die Byzantiner in internen Rivalitäten auch schon deutlich härter hingelangt. Umstritten, auch das erwähnt Stark, war die Aktion trotzdem auch damals schon: Der Papst kritisierte den Krieg gegen das christliche Byzanz aufs Schärfste.

Insgesamt zeichnet Stark das Bild einer sehr kriegerischen Epoche, in der die pauschale Einteilung in Schurken auf der einen Seite und Edlen auf der anderen nie aufgeht. Die selektive Entrüstung über die Gewalt verstellt den Blick auf die tatsächlichen Motive der meisten Kreuzfahrer, vielleicht auch deshalb, weil diese uns, die wir alles in primär ökonomischen Kategorien zu deuten gewohnt sind, heute so fremd geworden sind.

Rodney Stark, Kreuzzüge
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Rodney räumt auf: Kreuzzüge

Peter | 20. Okt 2011

In der aktuellen Debatte zum Frieden zwischen Kulturen und Religionen tauchen immer wieder die Kreuzzüge auf – selten unbedarft positiv wie bei George W. Bush, meist dagegen als monumentales Unrecht, und das nicht nur bei Bushs Kritikern. Seit Voltaire und Diderot hat sich hierzulande die Ansicht durchgesetzt, dass ein barbarisches christliches Europa damals aus Gier nach Macht und Reichtum zum blutrünstigen Vernichtungsschlag gegen eine blühende islamische Hochkultur ausholte, der es das intellektuelle Wasser eigentlich nie reichen konnte.

Inzwischen haben Historiker viele Mythen über das angeblich so finstere Mittelalter relativiert und der Soziologe Rodney Stark wirft in God’s Bataillons. The Case for the Crusaders einen Blick auf alte Thesen. Jenseits von konservativer Kulturkampf-Rhetorik oder naiver Verklärung im Kielwasser von Lessings idealisiertem Saladin erscheint in den ersten paar Kapitel zumindest ein differenzierteres und glaubwürdigeres Bild von der Ausgangslage der Kreuzzüge Ende des 11. Jahrhunderts.

Am bemerkenswertesten fand ich beim Hineinlesen die Feststellung, dass die Kreuzzüge keineswegs über Jahrhunderte das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen vergifteten, sondern dass sie erst im Zuge der Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts gegen die Kolonialmächte England und Frankreich wieder thematisiert wurden. Nun bin ich gespannt darauf, ob Stark überzeugend darlegen kann, dass der kolonial-imperialistische Sündenfall der westlichen Welt nicht im 12. und 13. Jahrhundert stattfand. Wenn es die Diskussion versachlicht und egal welchen Dschihadisten den Vorwand offener Rechnungen nimmt, dann wäre doch viel gewonnen.

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Schinken vom Streithammel

Peter | 25. Sep 2011

Wenn Jesus heute Geschichten erzählen würde, wäre diese tatsächliche Begebenheit vielleicht auch darunter:

Er nagelte einen Schinken an die Tür einer Moschee im englischen South Shields und saß in Arrest – jetzt ist der Täter wieder auf freiem Fuß. Der Vorsteher der Moschee hatte sich in einem Schreiben an das Gericht für ihn eingesetzt. Der 63-Jährige wurde nach einem Bericht der Zeitung “Gazette” zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und darf sich der Moschee für ein Jahr nur auf 100 Meter nähern. Das Gericht brandmarkte seine Tag als „unchristlich“ und beleidigend. Muslime dürfen kein Schweinefleisch essen. Der Täter gibt persönliche Motive für sein Verhalten an, er liege seit 20 Jahren im Streit mit einer muslimischen Familie. Er besucht regelmäßig die Kirche in der Straße, in der auch die Moschee liegt.

(hier gefunden)

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Sommerlich leicht

Peter | 25. Jul 2011

liest sich Brian McLarens neues Buch Naked Spirituality. Ich habe es in der Kindle-Version erstanden und bin nun dabei, es in kleinen Häppchen zu lesen. Das Einführungskapitel über Spiritualität und Religion fand ich noch etwas anstrengend, aber schon das erste Praxis-Kapitel zum Stichwort “Hier” war inhaltlich und stilistisch recht ansprechend.

Keine großen Neuheiten, eher manches Vertraute, aber mutmachend und einfühlsam geschrieben. Wer für den Sommerurlaub noch etwas Inspirierendes sucht, sollte mal einen Blick hinein werfen.

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“Anders kann man mit Menschen nicht umgehen”

Peter | 14. Jul 2011

Der Kriminologie Christian Pfeiffer untersucht Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Das Thema ist ja leider bleibend aktuell und keineswegs auf die katholische Kirche beschränkt. Auf die Frage der Zeit, ob er keine Mühe habe, seine Abscheu gegenüber den Tätern zu unterdrücken, antwortet er:

Verachtung gegenüber den Tätern ist mir völlig fremd. Wenn man mit ihnen sprechen will, muss man sie doch erst einmal als Menschen annehmen und ihr Leben verstehen. Unsere erste Frage an Priester wird nicht sein, was sie Böses getan haben. Wir möchten zunächst erfahren, wann ihr Leben gut war, wann sie glücklich, wann sie stolz auf sich waren. Erst dann können wir uns dem Thema Missbrauch annähern. Anders kann man mit Menschen nicht umgehen.

Die Fähigkeit, einen anderen trotz aller Schuld als Menschen und nicht als Monster zu sehen – ohne dabei ein Verbrechen zu verharmlosen – täte der öffentlichen Diskussion tatsächlich gut.

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Wochenend-Links

Peter | 02. Jul 2011

Ein paar Artikel aus der zurückliegenden Woche fand ich lesens- und bedenkenswert. Da ist zum einen Kopflos Glücklich von Bernd Ulrich in der Zeit, der darüber nachdenkt, warum die für viele Beobachter unfähigste Regierung der letzten Jahrzehnte den Deutschen die gute Stimmung nicht verdirbt.

Zum anderen ein spannender Artikel in der taz, wo Peter Unfried sich Gedanken über Winfried Kretschmann und die Grünen als Regierungspartei macht, der die andere Seite ausleuchtet, und das (da wird mir vielleicht nicht jeder zustimmen) differenziert und hoffnungsvoll.

Drittens ein deprimierender Bericht aus Kenia über sexuellen Missbrauch, der sich trotz der Wendungen bei Kachelmann und aktuell Strauss-Kahn eher düster darstellt.

Auch nicht sehr ermutigend: Das Thema Klimaschutz, schreibt Fritz Vorholz in der Zeit kommt nicht voran. Erfolge in den reichen Ländern werden von den ärmeren Ländern zunichte gemacht, allerdings ist dann doch wieder unser Konsum daran schuld, dass dort mehr CO2 produziert wird.

Zum Schluss etwas Theologisches und zugleich auch erfreuliches: Der Ökumenische Rat der Kirchen, der Päpstliche Rat für interreligiösen Dialog und die Weltweite Evangelischen Allianz ein gemeinsames Dokument veröffentlicht, in dem man sich auf gemeinsame Werte und Prinzipien einigt und Empfehlungen für die Praxis des “christlichen Zeugnisses in einer multireligiösen Welt” gibt. Das Dokument ist – bisher nur auf Englisch – hier einzusehen.

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(Schl)echtes Heldentum?

Peter | 12. Mai 2011

Tom Wright setzt sich in der Church Times mit der Tötung Osama bin Ladens durch die USA auseinander. Er kritisiert die Neigung der Amerikaner, das Recht in die eigene Hand (oder sollten wir sagen: Faust?) zu nehmen und beklagt, dass der Aufbau effektiver internationaler Rechtsstrukturen vor allem auch am Widerstand der USA bisher gescheitert ist.

Die Superhelden-Logik der westlichen Supermacht beschreibt er mit Robert Jewett so:

  • Die Macht von Gesetz und Ordnung ist zu gering
  • Die Bösen kommen mit ihren Machenschaften davon
  • Der Held übt ohne Deckung durch das Gesetz und verdeckt Gewalt, um die bedrohte Gemeinschaft zu retten

Diese Mythos erlösender Gewalt beeinflusst auch Obamas Strategie. Leider reproduziert er die Gewalt, die er zu bekämpfen sucht. Wrights Fazit: Wir im Westen haben noch gar nicht angefangen, die Implikationen des Evangeliums für die Konflikte unserer Zeit auszuloten.

Gewalt, Mythos, N.T. Wright, Obama, USA, Osa, Osama bin Laden
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Weisheit der Woche: klare Worte

Peter | 17. Mrz 2011

Eugene Peterson äußert sich in einem Interview zum Krach um Rob Bell und dessen neues Buch Love Wins. Er hatte das Buch empfohlen, also kann man davon ausgehen, dass er zu den wenigen gehört, die es vorab tatsächlich gelesen haben. An die Adresse der empörten Kritiker und ihrer Vor-Urteile gerichtet sagt er dann ein paar klare Worte:

Luther said that we should read the entire Bible in terms of what drives toward Christ. Everything has to be interpreted through Christ. Well, if you do that, you’re going to end up with this religion of grace and forgiveness. The only people Jesus threatens are the Pharisees. But everybody else gets pretty generous treatment. There’s very little Christ, very little Jesus, in these people who are fighting Rob Bell.

Bitter: Wenn manche Leute auch nur von ferne an ein Thema wie “Allversöhnung” erinnert werden, dann setzt alles versöhnliche Denken bei ihnen offenbar schlagartig aus. Das klingt dann alles sehr ungnädig, so als müsse man einen allzu “netten” Gott damit kompensieren.

Love Wins, Rob Bell, Eugene Peterson
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Was glauben Evangelikale wirklich?

Peter | 25. Jan 2011

Die evangelische Allianz in Großbritannien hat eine Umfrage unter über 17.000 ihr nahestehenden Christen auf Festivals und in 35 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Gemeinden durchgeführt und die Ergebnisse nun veröffentlicht. Dort kann man nachlesen, was Evangelikale auf der Insel glauben, wie sie leben und worin sie sich auch nicht einig sind.

Die Übereinstimmungen, die sich dort zeigen, sind keine Überraschung: Sie betonen die Einzigartigkeit Jesu Christi (91%), engagieren sich in ihrer Gemeinde (96%), sind spendenfreudig (96%), möchten sich in den gesellschaftspolitischen Diskurs einschalten (93%), wünschen sich Einheit unter den Christen (94%) und – jetzt kommt doch noch eine Überraschung – finden Umweltschutz wichtig. 99% engagieren sich regelmäßig in einer gemeinnützigen Form, 85% geben an, dass ihre Gemeinde soziale Dienste leistet – also gar keine Inselmentalität pflegt.

Unterschiedlicher Meinung sind sie in der kategorischen Ablehnung jeder Form von Abtreibung: 28% stimmen da eher nicht uneingeschränkt zu, 17% sicher nicht uneingeschränkt, und wieder 18% haben keine klare Meinung. Nur 18% dagegen halten Glaube und Evolution für gänzlich unvereinbar, 8% sehen Schwierigkeiten, knapp 60% dagegen sehen das eher positiv oder ganz unproblematisch. Satte 51% sind fest davon überzeugt, dass Frauen in der Kirche alles tun dürfen, was Männer auch tun. Die größte Unsicherheit fand sich beim Thema “Hölle: 31% haben keinen Standpunkt, wenn es um die Frage geht, ob man sie als Ort ewiger, bewusster Qualen zu verstehen hat.

Je älter die Befragten waren, desto stärker war ihre Identifikation mit dem Etikett “evangelikal”, je jünger, desto schwächer. Parallel nehmen, je jünger die Befragten sind, Spendenbereitschaft und das Lesen in der Bibel ab. Immerhin sprechen aber viele der Jüngeren relativ häufig mit anderen Menschen über ihren Glauben.

Steve Clifford, Generaldirektor der eauk, möchte mit der Studie einen Gesprächsprozess anregen. So etwas wäre hier bei uns auch mal interessant, da gibt es bislang, so weit ich weiß, nur die dran-Studie 19plus.

Glaube, Umfrage, Evangelikale, Großbritannien
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